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Kultur

Gnadenlose Erstbegegnung

Die Begegnung der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay im Achtelfinale ist eine echte Premiere: Noch nie haben die beiden Mannschaften ein Länderspiel gegeneinander bestritten.

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Volle Unterstützung für Paraguay: Auch die Fans setzen auf Sieg.

Diesen weißen Fleck in der deutschen Fußball-Landkarte wird Nationaltrainer Rudi Völler nun endgültig tilgen. Dabei gibt sich Völler vor seinem 25. Länderspiel als Teamchef der Deutschen durchaus bescheiden. Er prognostiziert sich und seiner Elf eine Siegchance von gerade einmal 50 Prozent gegenüber Paraguay.

Siegeschance nur 50 Prozent?

"Das ist eines der klassischen 50:50-Spiele. Da ist alles drin.", mutmaßt Völler im Vorfeld der Begegnung und kündigte zugleich eine "intensive Beschäftigung mit dem Gegner" an. Während Völler sich nicht zu weit aus dem Fenster hängen möchte, schätzt Marco Bode die Ausgangslage wesentlich optimistischer ein: "Auch gegen diesen Gegner sind wir wohl Favorit.", verkündet der Nationalspieler zuversichtlich.

"National-Rudi", wie ihn die Fans gelegentlich nennen, wird Gründe für seine Zurückhaltung haben: Paraguay qualifizierte sich bereits fünf mal für eine WM-Endrunde. 1986 und 1998 scheiterte der südamerikanische Staat jeweils erst im Achtelfinale. Und bei der WM vor vier Jahren hatten die Franzosen hart zu kämpfen: Erst in der Verlängerung verloren die Südamerikaner denkbar knapp durch ein "Golden Goal" mit 0:1 gegen den späteren Weltmeister.

Raus aus der Defensive

Paraguays Nationaltrainer, der italienische Fußballveteran Cesare Maldini, ist in seinem Heimatland nicht unumstritten. Die heimische Presse ging mit dem 70-Jährigen, der zu Beginn des Jahres das Amt antrat, oft hart ins Gericht. Der ehemalige italienische Nationaltrainer favorisiere eher einen defensiven Fußball, lautete der Vorwurf. Das mögen die Paraguayer offenbar nicht so gerne. Sie haben es lieber, wenn ihre Kicker hart ran gehen.

Wie letztlich gegen Deutschland gespielt wird, verrät er nicht. "Aber wir denken nicht nur ans Verteidigen", droht Maldini zurückhaltend. Den Rest besorgen seine Spieler: "Wir können die Deutschen schlagen.", glauben die Spieler der südamerikanischen Elf. Und der bullige Tormann José Chilavert droht mit "La Garra", der in Südamerika legendären Kampfkraft der Paraguayer. Ihn würde ein Sieg Paraguays keinesfalls überraschen, erklärt der 36-jährige, der zu Hause liebevoll "Chila" genannt wird.

Santa Cruz: Keine Gnade mit den Bayern

Der als Nationalheld gefeierte Torhüter will auch in die Politik. Für seine Präsidentschaftspläne in Paraguay wäre ein Sieg gegen Deutschland sicherlich förderlich. Aber nicht nur der Torkeeper zeigt sich entschlossen: Roque Santa Cruz spielt in der Bundesliga gewöhnlich für Bayern München. Er ist allseits beliebt, stets adrett gekleidet und bescheiden – ein echter Schwarm aller Schwiegermütter. Nun aber tritt er gegen die eigenen Leute an.

Nun spielt er gegen das Tor, das "Teamkollege" und Torhüter Oliver Kahn sauber halten muss. Der hat auch prompt angedroht, dass Santa Cruz nie wieder einen Fuß in die Bayern-Kabinen setzen dürfe, wenn er sich nicht vom Tor der Deutschen fern hält. Aber in Zeiten wie diesen hat der paraguayische Stürmer für die Warnungen seiner bayrischen Freunde nur ein müdes Lächeln übrig. "Ich werde keine Gnade kennen", lautet seine Kriegsbotschaft.

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