Gnabry: ″Nagelsmann ist einer der Besten″ | Sport | DW | 20.04.2018
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Bundesliga

Gnabry: "Nagelsmann ist einer der Besten"

Serge Gnabry hat mit gerade einmal 22 Jahren bereits für zehn verschiedene Klubs gespielt. Kurz vor der Weltmeisterschaft erklärt der Hoffenheimer Stürmer im DW-Gespräch, warum seine Hoffnung auf ein WM-Ticket noch lebt.

Keine Frage, Serge Gnabry ist momentan eines der heißesten Eisen der Bundesliga. Die Leihgabe des alten und neuen deutschen Meisters FC Bayern München an die TSG Hoffenheim hat die Verletzungssorgen aus der ersten Saisonhälfte überwunden und treibt den gegnerischen Verteidigern seit Wochen wieder die Schweißperlen auf die Stirn. Gegenüber der DW sagt Gnabry, dass seine Motivation "darin besteht, im Augenblick zu leben" - eine Lektion, die er durch seinen weniger konventionellen Weg an die Spitze gelernt hat. Er kann immer noch alle zehn Vereine herunterrattern, für die er seit Beginn seiner Jugendkarriere im Jahr 1999 gespielt hat: Weissach, Ditzingen, Hemmingen, Feuerbach, Stuttgarter Kickers, VfB Stuttgart - so ging es los. Gnabry glaubt, seine heutige Risikobereitschaft komme daher, dass er immer wieder die Fähigkeit zeigen musste, sich an neue Umgebungen anzupassen und sich dabei stetig zu verbessern.

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Kres meets … Serge Gnabry

2010, im Alter von 16 Jahren, war Gnabry Jugendspieler des VfB, als ihn der Ruf des FC Arsenal aus England ereilte. Ein Jahr später war er bei den "Gunners" bereits Teil der Profimannschaft. Ein rasanter Aufstieg, der ihm eine Fülle neuer Erfahrungen brachte, die ihn als Spieler auf und als Mensch neben dem Platz geformt haben. "Ich denke, je mehr Systeme man kennt oder je mehr unterschiedliche Ansätze man ausprobiert, desto mehr hat man hinterher auf dem Kasten", sagt Gnabry. "Und desto mehr kann man auch anbieten."

Großes Lob an Trainer Nagelsmann

Der SV Werder Bremen öffnete dem durch die Zeit bei Arsenal gereiften Gnabry 2016 die Tür für eine Rückkehr nach Deutschland und in die Bundesliga. 27 Spiele und elf Tore später griff der FC Bayern zu und sicherte sich im vergangenen Sommer die Rechte am 21-jährigen Talent, das zunächst aber nach Hoffenheim ausgeliehen wurde. Dort kam Gnabry unter die Fittiche Julian Nagelsmanns. Der Trainer brachte den jungen Spieler noch einmal entscheidend weiter.

1899 Hoffenheim Julian Nagelsmann Serge Gnabry (picture-alliance/Avanti-Fotografie)

Fördern durch fordern - Julian Nagelsmann (l.) verlangte viel von Gnabry und machte ihn zu einem besseren Spieler

"Man kann sicher sagen, dass er einer der Besten ist", sagt Gnabry über den jüngsten Cheftrainer der Bundesliga. "Er ist hauptsächlich der Grund, warum ich hierher gekommen bin. Ich fühlte, dass ich mich bei ihm verbessern und viel lernen konnte. Es gab viele taktische Aspekte in seinem Stil, die ich meinem Spiel hinzufügen wollte, damit ich in Zukunft noch stärker bin. "

Räume finden, kreieren und nutzen

Zunächst lief es für ihn - auch verletzungsbedingt - nicht immer rund bei der TSG. Gnabry räumt ein, dass die Kritik Nagelsmanns dazu geführt habe, dass er schließlich bessere Leistungen zeigte: In den letzten sechs Partien erzielte Gnabry sechs Tore erzielt und gab zwei Torvorlagen. Laut Hoffenheims Trainer waren Arbeitsmoral und Lernbereitschaft des Jungstars der Schlüssel.

"Wir haben viel an seiner Orientierung im Raum gearbeitet. Wo er stehen muss und wann er versuchen muss, hinter die Abwehrreihe vorzustoßen, um schneller vor das Tor zu kommen", erklärt Nagelsmann. "Das war ein entscheidender Baustein. Die drei Positionen, auf denen er gespielt hat, waren sehr wertvoll für ihn, weil er sich von einer offensiven Außenverteidiger-Position oder als Stürmer zwischen den Linien vorwärts bewegte. Dadurch hat er sich mit verschiedenen Positionen vertraut gemacht, auf denen das Verhalten abseits des Balls sehr ähnlich ist."

Russland noch nicht abgeschrieben

Deutsche Fußballl Nationalmannschaft Serge Gnabry (picture-alliance/Pressefoto Ulmer)

Bislang lief Gnabry zweimal für die DFB-Elf auf

Diese Vielseitigkeit könnte Gnabry auch das Ticket zur WM in Russland bringen. Als er nicht für die letzten Testspiele der DFB-Elf gegen Spanien und Brasilien nominiert wurde, war er enttäuscht. Nun lautet das einzige Ziel Gnabrys, "mein Bestes zu geben und gute Leistungen zu bringen, damit ich das nächste Mal dabei bin. Ich bin immer noch sehr zuversichtlich, dass ich in den WM-Kader kommen kann."

Doch die Konkurrenz ist hart. Gnabry glaubt, dass dieser Wettbewerb untereinander die kommende Generation von Nationalspielern nur besser machen wird. "Wir alle wissen, dass wir eine sehr gute Gruppe von Spielern haben werden, die auf die Generation der Weltmeister folgt. Ich denke, die Zukunft sieht für Deutschland sehr rosig aus."

Sommerurlaub oder Sommer in Russland?

Gleiches könnte man auch von Gnabry selbst sagen. Zumindest dann, wenn er sein Potential weiter ausschöpft und mehr Länderspiele sammelt als die bisherigen zwei. "Meine Pläne für die Zukunft sind, mich bei den Bayern zu etablieren", sagt Gnabry. "Ich möchte mich weiterentwickeln, um der beste Spieler zu werden, der ich sein kann. Ich weiß, dass es viele Dinge gibt, an denen ich arbeiten muss. Und natürlich will ich bei der Weltmeisterschaft dabei sein."

Der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro hebt hervor, dass er "immer auf Risiko" gehe. Blickt man auf den Verlauf seiner bisherigen Karriere, kann man sagen: Es hat sich gelohnt. Die Frage ist nun, ob Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls Risiko geht und Gnabry mit zur WM nimmt. Oder bleibt der Wechsel zum FC Bayern der einzige Höhepunkt für Gnabry in diesem Sommer?

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