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Wirtschaft

GM will Schulden schneller begleichen

Der Opel-Mutterkonzern General Motors geht offenbar gestärkt aus der Insolvenz hervor: Im dritten Quartal schrieb der Autobauer geringere Verluste als erwartet und beginnt früher mit der Rückzahlung der Staatshilfen.

General Motors Neustart nach Insolvenz (Foto: AP)

General Motors ist nach der Insolvenz auf dem Weg der Besserung

Nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens schrieb der größte US-Autobauer im dritten Quartal zwar noch immer ein Minus von 1,2 Milliarden Dollar (802 Mio Euro), der Verlust war aber kleiner als von vielen Experten geschätzt. Das Ergebnis sei weit besser als in vorigen Quartalen und "ein Zeichen für den Beginn der Trendwende", hieß es am Montag (16.11.2009) im ersten Quartalsbericht seit der GM-Insolvenz.

"Wir haben noch sehr viel mehr Arbeit zu erledigen, aber die heutigen Ergebnisse beweisen, welch ein solides Fundament wir für den neuen General-Motors-Konzern bauen", erklärte GM-Chef Fritz Henderson in Detroit. Der Konzern betonte allerdings, die Zahlen seien nicht mit vorherigen Quartalen zu vergleichen, da die Zwischenbilanz nur den Zeitraum vom Ende des Insolvenzverfahrens am 10. Juli bis zum 30. September abdecke.

Absatz von Opel und Vauxhall geht zurück

Der Verkauf von Autos der europäischen Marken Opel und Vauxhall ist im dritten Quartal erneut zurückgegangen. Die Zahl verkaufter Wagen sank um zehn Prozent von 336.000 auf 306.000. Dennoch verbesserte sich der Umsatz auf 26,4 Milliarden Dollar und lag damit um vier Milliarden Dollar höher als zu Jahresanfang. Das erste Quartal 2009 war das letzte gewesen, für das GM noch Zahlen vorgelegt hatte. Der Umsatz war damals um nahezu 50 Prozent eingebrochen. Seinen globalen Marktanteil im dritten Quartal bezifferte GM mit 11,9 Prozent - das ist ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber dem ersten Halbjahr. Dahinter steht vor allem die recht gute Verkaufsquote beim Opel Astra.

Schnellere Rückzahlung der Staatshilfen

Konzernchef Fritz Henderson vor Mikrofonen(Foto: AP)

GM-Chef Henderson kündigt schnelle Rückzahlung der Staatskredite an

Seit Anfang 2005 hatte der US-Hersteller Verluste von mindestens rund 90 Milliarden Dollar angehäuft. Der Konzern war mit Staatshilfen von mehr als 50 Milliarden Dollar vor dem Untergang gerettet worden und befindet sich jetzt überwiegend in Staatshand. Am 10. Juli war GM nach nur 40 Tagen aus der Insolvenz entlassen worden.

"Angesichts der weltweit besseren wirtschaftlichen Bedingungen, der sich stabilisierenden Verkäufe und der besseren Finanzlage" werde GM nun schneller die Staatshilfen an Kanada und die USA zurückzahlen, kündigte der Konzern an. Eine erste Rate von 1,2 Milliarden Dollar solle im Dezember überwiesen werden. Der komplette Betrag solle bis 2011 zurückgezahlt sein, vier Jahre früher als ursprünglich geplant. Den deutschen staatlichen Brückenkredit für Opel will GM wie vereinbart bis Ende November zurückzahlen.

Trotzdem staatliche Finanzspritze für Opel?

Symbolbild Opel GM (Foto: AP, DW)

Kann sich Mutter GM allein um Tochter Opel kümmern?

Trotz dieses Aufwärtstrends bei General Motors bekräftigte Henderson sein Interesse an Staatshilfen für die deutsche Tochter Opel. Zwar sei man grundsätzlich in der Lage, das Europa-Geschäft rund um Opel allein zu finanzieren. "Wir würden aber bevorzugen, um Unterstützung für das Europa-Geschäft zu bitten", sagte der GM-Chef in einem Interview. Der Konzern sei derzeit dabei, einen entsprechenden Plan fertigzustellen. Zuletzt hatte es aus dem US-Konzern widersprüchliche Aussagen zum Antrag auf Staatshilfen gegeben. So hatte der neue Verwaltungsratschef Edward Whitacre Finanzspritzen des deutschen Steuerzahlers als nicht nötig bezeichnet.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte am Wochenende erklärt, staatliche Hilfe für die Sanierung von Opel könne der US-Mutterkonzern bestenfalls von den Bundesländern mit Opel-Standorten erwarten. Damit geriet er in Kritik bei den Ländern. Außenminister Guido Westerwelle konkretisierte: "Bevor diese Blankoschecks des Steuerzahlers ausgestellt werden, wollen wir erst einmal Konzepte sehen." Und Brüderle stellte klar: Die Entscheidung von GM, Opel doch nicht an den Autozulieferer Magna zu verkaufen, sei schließlich mit der gestärkten Finanzkraft des US-Konzerns begründet worden. Somit sei die Sanierung des Tochterunternehmens "jetzt Sache von GM".

Autorin: Patrizia Pullano (ap/afp/dpa/rtr)

Redaktion: Anna Kuhn-Osius

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