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Wirtschaft

GM verdreifacht Geld für Opel-Sanierung

General Motors will seinen Sanierungsbeitrag für Opel verdreifachen. Bisher hatte GM nur 600 Millionen Euro zugesagt. Mit der Erhöhung auf 1,9 Milliarden erhofft sich der Opel-Mutterkonzern aber auch weitere Zuschüsse.

Opel und GM Logos (Foto: AP)

Geht es nun endlich für Opel in die richtige Richtung?

General Motors reagierte mit der Aufstockung seines Beitrages am Dienstag (02.03.2010) augenscheinlich auf die heftige Kritik an den bisherigen Sanierungsplänen. Von den zuvor angegebenen Sanierungskosten von 3,3 Milliarden Euro forderte Opel-Chef Nick Reilly bisher 2,7 Milliarden Euro von den europäischen Staaten mit Opel-Standorten ein. Von den europäischen Regierungen erhofft sich der US-Konzern von Opel nun aber immer noch Kredit- und Bürgschaftszusagen von gut 1,8 Milliarden Euro. Die Gesamtkosten für die Sanierung veranschlagt der Konzern mittlerweile auf rund 3,7 Milliarden Euro. GM will also mit den versprochenen 1,9 Milliarden Euro etwas mehr als die Hälfte der Lasten tragen.

Solide Basis für Opel

Opel-Chef Reilly steigt aus einem Opel aus (Foto: dpa)

Opel-Chef will die Marke mit neuem Schwung und Geld erneuern

Der erhöhte GM-Beitrag signalisiert nach den Worten von Reilly die Entschlossenheit, das Geschäft nun wieder auf eine solide Basis zu stellen. Opel hoffe nun, dass dieses deutliche Signal als ein wichtiger Meilenstein in dem Bemühen gesehen werde, mit Hilfe von Bürgschaften die noch verbleibende Finanzierungslücke überbrücken zu können. GM-Chef Ed Whitacre betonte, dies sei ein "klares Bekenntnis" zum europäischen Geschäft, das für GM von entscheidender Bedeutung sei.

Opel-Vorstandsmitglied Alain Visser zeigte sich im Nachrichtensender n-tv überzeugt, dass mit der GM-Zusage die ganze Diskussion über die Zukunft der Marke jetzt vom Tisch sei. Es sein nun kurzfristig die Restrukturierung finanzierbar, aber auch die Entwicklung neuer Produkte sei sichergestellt. Er glaube zudem, dass der Konzern nun viel besser die Gespräche mit der Bundesregierung und den anderen europäischen Regierungen anpacken könne.

Opel-Betriebsrat: "Überfällige Entscheidung"

Auch nach Einschätzung von Betriebsratchef Klaus Franz erhöht die Ankündigung von GM die Chancen auf Staatshilfe. "Das wird Vertrauen schaffen bei den Regierungen in ganz Europa, insbesondere bei Bundes- und Landesregierungen." Franz sprach auch von einer guten und überfälligen Entscheidung.

Zurückhaltender reagierte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle: "Das zeigt, dass GM über Mittel verfügt". Der FDP-Minister schränkte zudem ein, dass im Rahmen des GM-Antrags auf Staatshilfen für Opel zahlreiche Fragen gestellt worden seien. "Diese gilt es noch zu beantworten. Das weitere Verfahren läuft ergebnisoffen".

Autor: Walter Lausch (dpa, afp, rtr)

Redaktion: Oliver Samson

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