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Wirtschaft

GM lässt Zukunft von Opel offen

Der Detroiter Mutterkonzern GM hat seinen Chefstrategen Stephen Girsky in den Opel-Aufsichtsrat geschickt. Der fordert eine andere Kultur bei Opel.

Mitarbeiter arbeiten im Opel-Werk in Bochum an der Karosse des Astra Caravan (Foto: dpa)

Produktion von Opel Astra

General Motors will sich auf die Zukunft einzelner Opel-Werke über 2014 hinaus nicht festlegen. Der von dem Detroiter Mutterkonzern in den Aufsichtsrat von Opel entsandte Chefstratege Stephen Girsky räumte in einem Interview zwar ein, dass Opel seine Werke wegen der Absatzflaute in Südeuropa nicht auslasten könne. Dies sei aber nicht ein Problem von Opel allein, sondern auch der anderen europäischen Massenherstellern.

"Der europäische Markt ist um 20 bis 25 Prozent geschrumpft, es gibt einfach hohe Überkapazitäten", sagte Girsky in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit". Girsky bekräftigte, dass sich GM an den Standortsicherungsvertrag halte, der betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bis Ende 2014 ausschließt.

Auf die Frage, ob danach noch Autos in Bochum gebaut würden, ging Girsky, der seit November Aufsichtsratschef von Opel ist, nur indirekt ein: "Darüber machen wir uns intensiv Gedanken und reden mit den Arbeitnehmervertretern, wie wir die Situation für Opel angehen können." Klar sei, dass es in Europa eine ernste Krise gebe. "Darauf müssen wir reagieren."

Weitere Einsparungen

Opel betreibt in Deutschland vier Werke, neben dem Stammwerk in Rüsselsheim sind dies die Standorte in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Die Fabrik im Ruhrgebiet gilt als besonders gefährdet.

Das Opel-Management arbeitet an einer Strategie, um die Traditionsmarke mit dem Blitz aus den roten Zahlen zu führen. Den Plan dafür will Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke am 28. Juni dem Aufsichtsrat präsentieren. Bis dahin verhandelt das Management mit den Arbeitnehmern über weitere Einsparungen.

Girsky machte klar, dass GM nicht über einen Masterplan für Opel verfügt, sondern die von Stracke auf einer Betriebsversammlung kürzlich vorgestellten Eckpunkte im Gespräch mit dem Betriebsrat weiterentwickelt würden. "Das geht aber nur Schritt für Schritt, weil ein Element auf dem anderen aufbaut." Die IG Metall und die Arbeitnehmervertretung hatten der Opel-Führung vorgeworfen, nur scheibchenweise mit ihren Plänen herauszurücken.

Eine Art Insel

Der GM-Vize forderte zudem eine andere Kultur bei Opel. "Wenn Sie jahrelang Verluste schreiben, die immer vom Konzern ausgeglichen werden, dann gewöhnen Sie sich daran und halten es irgendwann für normal, Geld zu verlieren." Wenn man wie GM in Europa in zehn Jahren 14 Milliarden Dollar verloren habe, könne man nicht weitermachen wie bisher. Opel sei zu lange wie "eine Art Insel innerhalb von GM" geführt worden.

Fortan müssten die Pläne für Opel realistischer ausfallen. Opel brauche "jetzt konservative, realistische Annahmen, von denen wir bei unserer Neuaufstellung ausgehen". Am Ende müsse die GM-Tochter in der Lage sein, sich selber zu tragen.