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Wirtschaft

GM-Gläubiger billigen Sanierungsplan

Die Gläubiger des amerikanischen Opel-Mutterkonzerns General Motors haben den Weg für ein Insolvenzverfahren freigemacht. Dieses soll voraussichtlich an diesem Montag eingeleitet werden.

US-Flaggen vor GM-Zentrale in Detroit (Foto: AP)

Nicht auf Halbmast: US-Flaggen vor der GM-Zentrale in Detroit

Wie ein Sprecher des Gläubigerkomitees mitteilte, stimmten 54 Prozent der Besitzer von GM-Anleihen im Wert von rund 27 Milliarden Dollar einem nachgebesserten Angebot des US-Finanzministeriums zur Konzern-Entschuldung zu. Dieses sieht vor, dass die Gläubiger ihre Forderungen in eine zehnprozentige Unternehmensbeteiligung eintauschen können. Zudem bekommen sie die Option auf den Erwerb zusätzlicher 15 Prozent der GM-Aktien zu einem günstigen Preis. Die Gegner des Angebots wollen vor das Konkursgericht ziehen.

Stunde der Wahrheit für GM

Fritz Henderson (Foto: AP)

GM-Chef Henderson: Er wird wohl die Insolvenz verkünden

Beobachter erwarten, dass der einst größte Autobauer der Welt bereits an diesem Montag (01.06.2009) Insolvenz anmelden wird. Nach Informationen des "Wall Street Journal" wird GM den Antrag in New York um 8 Uhr Ortszeit (14 Uhr MESZ) stellen. Konzernchef Fritz Henderson hat eine Pressekonferenz anberaumt, auch US-Präsident Barack Obama will sich zu Wort melden.

Die von der US-Regierung in Washington gesetzte Frist für eine Sanierungsregelung läuft an diesem Montag ab. Nur bei einem tragfähigen Konzept will die Regierung weitere Milliardenkredite zur Verfügung stellen. Insgesamt dürfte GM Staatshilfen in Höhe von 50 Milliarden Dollar benötigen.

Insolvenz-"Vorbild" Chrysler

Chrysler-Embleme (Foto: AP)

Macht es "erfolgreich" vor: Chrysler

Bei einem typischen Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 des amerikanischen Konkursgesetzes (Bankruptcy Code) erhält das verschuldete Unternehmen einen Schutz vor Gläubigerforderungen, um eine Neuorganisation einzuleiten. Dabei muss eine Mehrheit der Gläubiger, die zusammen mindestens zwei Drittel der Forderungen vertreten, dem Sanierungsplan zustimmen. Einen ähnlichen Weg eingeschlagen hat auch der Automobilkonzern Chrysler, der Ende April in Insolvenz ging. Dort ist ein Verkauf der Vermögenswerte an den italienischen Fiat-Konzern geplant.

Faktische Verstaatlichung

Nach einer Insolvenz soll GM vorübergehend praktisch verstaatlicht werden und sich - geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger - gesundschrumpfen. Der Staat soll zunächst etwa zwei Drittel der GM-Anteile übernehmen. Dann soll der Konzern in einen "guten" und einen "schlechten Teil" aufgespalten werden.

Bereits am Freitag hatte die Gewerkschaft "United Auto Workers" (UAW) einem Abkommen für drastische Kostensenkungen bei General Motors zugestimmt. Außerdem war am Samstag eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, um das Tochterunternehmen Opel aus dem GM-Verbund herauszulösen und mit Investitionen des kanadisch-österreichischen Autozulieferers Magna auf neue Beine zu stellen. (wa/SC/rtr/afp/ap/dpa)

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