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Politik

Glos-Nachfolge geklärt: Guttenberg wird Wirtschaftsminister

Der Nachfolger des amtsmüden Bundeswirtschaftsministers Glos steht wohl fest: Nach übereinstimmenden Medienberichten wird Karl-Theodor zu Guttenberg den Posten übernehmen.

Karl-Theodor zu Guttenberg (Foto: Anila Shuka)

Erneuter Karrieresprung: Karl-Theodor zu Guttenberg

Der Generalsekretär der CSU, Karl-Theodor zu Guttenberg, soll Nachfolger von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos werden. Das verlautete aus Parteikreisen. Offiziell will der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer seine Entscheidung am späten Montagvormittag (09.02.2009) in München bekanntgeben.

Der 37-jährige Guttenberg macht damit gut drei Monate nach seiner Ernennung zum Generalsekretär der Christsozialen einen erneuten Karrieresprung. Seine ursprüngliche Aufgabe war es, die Partei nach der Schlappe bei der bayerischen Landtagswahl gemeinsam mit dem neuen CSU-Chef Seehofer neu auszurichten.

Kriterium Regionalproporz

(Foto: AP)

Zu alt fürs Kabinett: Michael Glos - hier mit Kanzlerin Merkel

Glos hatte am Samstag überraschend um seine Entlassung aus Altersgründen gebeten, was Seehofer jedoch zunächst ebenso überraschend ablehnte. Am Sonntagabend verständigten sich Seehofer und Glos bei einem Treffen in München schließlich darauf, dass der 64-jährige Minister gehen darf. Als sein Nachfolger wurde neben Guttenberg auch der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon gehandelt. Für Guttenberg sprach möglicherweise, dass er - wie Glos - Franke ist und damit der Regionalproporz innerhalb der CSU erhalten bleibt.

Zerrüttetes Verhältnis?

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur spielte bei Glos' Rücktrittswunsch auch das seit langem zerrüttete Verhältnis zu Seehofer eine Rolle. Dieser soll hinter dem Rücken von Glos bereits nach möglichen Nachfolgern Ausschau gehalten haben. Dies habe bei Glos das Fass zum Überlaufen gebracht, hieß es aus Unionskreisen.

Keine Akzente gesetzt

In einem Gespräch mit Journalisten erklärte Glos einmal, er sei zu dem Amt des Wirtschaftsministers "wie die Jungfrau zum Kinde gekommen". Nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 hatte der ursprünglich für das Amt vorgesehene damalige CSU-Chef Edmund Stoiber einen Wechsel als Wirtschaftsminister nach Berlin abgelehnt. Weil das Amt aber von der CSU besetzt werden sollte, erhielt Glos als Vertreter einer konservativ ausgerichteten Wirtschaftspolitik das Angebot. Kritiker hatten Glos immer wieder vorgeworfen, in der großen Koalition nur wenige Akzente zu setzen. Auch in der Wirtschafts- und Finanzkrise sei der Minister kaum in Erscheinung getreten.

Alexander ... wer?!

Als neuer CSU-Generalsekretär ist der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt vorgesehen. Er war bis vor kurzem wirtschaftspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe und leitet derzeit die Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der Unionsfraktion. Der studierte Soziologe gehört dem Bundestag seit 2002 an. (wa)