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Wirtschaft

Glos: "Konkurrieren über Qualität"

Vom 4. bis 6.10. findet in Seoul die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft statt. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sprach mit der DW über die Chancen Deutschlands in Asien und die Konjunkturaussichten.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, Quelle: AP

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos

DEUTSCHE WELLE: Herr Minister, auf dem Asien-Pazifik-Forum geht es um die Exportchancen der deutschen Wirtschaft. Was erhoffen Sie sich von dieser traditionsreichen Veranstaltung?

Michael Glos: Asien ist inzwischen der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Wirtschaft. Das Asien-Pazifik-Forum ist ein sehr großes Wirtschaftstreffen und dient auch als Erfahrungsaustausch für die deutschen Managern, die in Asien tätig sind. Vor allen Dingen aber ist es ein Zeichen, dass wir zu Südkorea eine enge Wirtschaftspartnerschaft haben. Und ich hoffe, dass diese - nicht zuletzt durch diesen Besuch - weiter verstärkt wird.

Nun geht es dort ja nicht nur um Südkorea, es geht um den gesamten asiatisch-pazifischen Raum. Der Vorsitzende des Ausschusses, Jürgen Hambrecht sagt, es gäbe noch viele viele Chancen für deutsche Unternehmen - nicht nur in Indien und in China, sondern auch in Japan, Australien, Neuseeland. Sehen Sie das ähnlich?

Ja, obwohl es sehr viel schwieriger ist, am japanischen Markt Fuß zu fassen, als am chinesischen. Dafür ist die Rechtssicherheit in Japan größer. Insgesamt stimme ich Ihnen zu: Man muss den gesamten Wirtschaftsraum sehen. Da gehört zum Beispiel auch Malaysia dazu, das immer stärker zu Tage tritt. Wir müssen jetzt, nachdem die politische Stabilität besser ist, auch wieder die Kontakte zu Indonesien verstärken. Es gibt noch sehr viel zu tun.

Halten Sie auch die andere Richtung für möglich, dass mehr Investitionen von dort nach Deutschland fließen?

Darum werben wir speziell in Korea, weil dort leistungsstarke Konzerne sind, die weltweit verflochten sind. Wir möchten, dass diese auch in Deutschland investieren.

Der Euro eilt von Rekordhoch zu Rekordhoch. Wie schätzt der Wirtschaftsminister die Situation für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft ein?

Wir fakturieren ja inzwischen in Euro, außer bei Flugzeuge und bestimmten andere Produkten. Dadurch trifft es uns nicht so schnell. Wenn aber die Kursrelation zu weit auseinander läuft, dann leidet möglicherweise unser Export darunter. Unsere Produkte werden aber in erster Linie gekauft, weil sie technologisch hochwertig sind. Die deutsche Wirtschaft konkurriert insbesondere bei Investitionsgütern in diesem Wirtschaftsraum nicht über den Preis, sondern über die Qualität.

Zur wirtschaftlichen Situation: Die Institute schrauben zum Teil die Prognosen herunter durch die aktuelle Immobilienkrise, wie schätzen Sie die Lage ein?

Ich habe keinen Grund, meine Prognose herunterzuschrauben. Wir werden Ende Oktober eine neue Prognose bringen. Wir waren mit unserer bisherigen Prognose auf der sicheren Seite und ich hoffe, das wird das nächste Mal auch so sein.

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