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Fokus Osteuropa

Globale Konkurrenzfähigkeit: Kroatien hinter Rumänien und Bulgarien

Kroatiens Konkurrenzfähigkeit ist stark gefallen. Grund dafür sei die Ineffizienz der staatlichen Institutionen, der Justiz sowie wachsende Korruption. Experten mahnen Reformen an.

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Ein Grund: unproduktive öffentliche Ausgaben wie Subventionen

Kroatien ist im Zeitraum zwischen 2002 und 2004 im Bericht über die Globale Konkurrenzfähigkeit auf Platz 79 gefallen. So lautet die Schlussfolgerung im Jahresbericht des Nationalrates für Konkurrenzfähigkeit für das vergangene Jahr, der am 4. Juli in Zagreb veröffentlicht wurde. Auf der Liste werden 104 Länder berücksichtigt. Kroatien sei hinter alle EU-Mitgliedstaaten zurückgefallen – auch hinter Bulgarien und Rumänien, die noch vor zwei Jahren hinter Kroatien standen. Dem Vorsitzenden des Nationalrates für Konkurrenzfähigkeit, Darko Marinac, zufolge nimmt Kroatien auf der Liste für Konkurrenzfähigkeit keinen höheren Platz ein, weil es reformunwillig ist. Allerdings wäre es nicht gut, wenn es erst durch eine besonders schlechte Wirtschaftslage zu Reformen gezwungen würde.

Hohe Subventionen

Die Hauptgründe für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit Kroatiens bestünden in der geringen Produktivität der öffentlichen Einrichtungen sowie der schlechteren Arbeitsqualität von Unternehmen. Zu den unproduktiven öffentlichen Ausgaben zählten hohe und überwiegend nutzlose Subventionen, die sogar um das sechsfache höher seien als in der EU. Weitere Gründe für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit seien die ineffiziente Arbeit der staatlichen Administration und der Justiz sowie die Korruption, die sich immer weiter in den staatlichen Institutionen verbreite.

Positive Trendwende bis Jahresende?

Darko Marinac räumte aber auch ein, dass sich der Bericht auf das letzte und vorletzte Jahr beziehe - in diesem Jahr seien indes positive Trends erkennbar. Eben diese Tatsache griff auch der stellvertretende Regierungschef, Damir Polancec, auf. Er erwartet nämlich, dass sich die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen bis Jahresende positiv auf die Konkurrenzfähigkeit Kroatiens auswirken. Er glaubt, dass die Umstrukturierung der Kroatischen Eisenbahn, die Privatisierung des Leichmetallwerks TLM aus Sibenik und die vollständige Privatisierung des Erdölkonzerns INA, die Sanierung der Eisenhütten in Sisak und Split sowie die Gesundheits- und Rentenreform den Haushalt entlastet und Raum für Entwicklungsprojekte bietet.

Zoran Daskalovic, Zagreb

DW-RADIO/Kroatisch, 5.7.2005, Fokus Ost-Südost