Glenn Frey, der Mann hinter ″Hotel California″ | Musik | DW | 19.01.2016
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Musik

Glenn Frey, der Mann hinter "Hotel California"

Die Eagles - eine der wichtigsten Rockbands der 70er. Bis zuletzt sind sie aufgetreten. Nun ist Mitbegründer Glenn Frey im Alter von 67 Jahren gestorben. In seinem Nachlass: einer der größten Hits der Rockgeschichte.

Die Eagles sind richtige Rock-Dinosaurier. Ihre Hits werden immer noch gespielt - vor allem auf reifen Radiowellen und am Lagerfeuer. Ihr Sound hat sogar einen Namen bekommen - "California Rock". Das klingt nach Sonne und Happiness - doch wenn man richtig zuhört, offenbart sich in den Texten oftmals Protest und Gesellschaftskritik.

In "Hotel California" wird der US-amerikanische Bundesstaat Kalifornien eher als hedonistisches Gefängnis beschrieben. Ein Reisender kommt müde ins abgelegene Hotel California und sieht sich einer eingeschworenen Gemeinschaft gegenüber: Partypeople, die in Champagner und Drogen schwelgen, dicke Autos fahren und trotzdem den "Spirit von 1969" (das Woodstock-Jahr) noch einmal heraufbeschwören wollen - eine verdrehte Welt. Der Song ist 1976 entstanden. Das gleichnamige Album verkaufte sich im ersten Jahr neun Millionen Mal. Noch heute gehört es zu den Platten, die viele sich mit auf eine einsame Insel nehmen würden.



Die Coverversionen

Solch ein Meilenstein der Musikgeschichte darf nicht ungecovert bleiben, dachten sich viele Musiker. Etliche Bands haben sich an dem Werk versucht. Doch viele scheiterten auch. Nicht ganz grundlos. Erstens: Das Stück ist länger als sechs Minuten. Nur die Eagles schafften es, dass der Song über diese Länge funktionierte.

Zweitens: Jeder kann das Gitarrensolo - eher das Gitarrenduo - von Joe Walsh und Don Felder mitsingen. Viele Gitarristen können es nachspielen. Aber nur die zwei konnten dieses Wechselspiel so rüberbringen. Nicht umsonst zählt der Gitarrenpart aus "Hotel California" zu den berühmtesten Gitarrensoli der Welt.

Das Netz ist voll von trashigen Coverversionen - aber es gibt auch ein paar gelungene.

Flamenco

Das bekannteste Cover stammt von den Gypsy Kings. Es ist eine Flamenco-Version dieses Songs - er ist im Kinostreifen "The Big Lebowski" zu hören. Hier ist das Original-Youtube-Video.




Reggae

Sehr beliebt ist der Song als Reggae. Es kursieren mehrere Versionen auf Youtube. Von einer wird nachgesagt, sie sei von Bob Marley. Fakt ist aber, dass es eine Interpretation des nigerianischen Reggae-Stars Majekodunmi Fasheke - genannt Majek Fashek - ist. Die Verwechslung ist nicht verwunderlich: Fashek singt ähnlich wie sein großes Vorbild aus Jamaika.



Festhalten: als deutscher Schlager

Eine deutsche Version gibt es von Jürgen Drews. Der war 1977 noch kein Superstar am Strand von Mallorca, sondern ein junger Schlagersänger, der versucht, in seinen Texten auch mal in sich zu gehen. Beim Ergebnis kommen Zweifel auf, ob er und sein Texter wirklich verstanden haben, worum es Glenn Frey in diesem Song ging. Eine Rarität aus dem deutschen Fernsehen. In Farbe und bunt.




HumppaHumppa!

Sehr hübsch ist auch diese Polka. Die finnische Band Eläkeläiset besticht mit ihrer äußerst tanzbaren Version des Klassikers unter dem Titel "Hotelli Helpotus".




Ska

Für eine knackige Ska-Version von "Hotel Californina" sorgten die Skadaddyz.



Diese Youtube-Clips sind nur ein par ausgesuchte Versionen des Rockklassikers. Klickt man sich durch Youtube, findet man grauenhafte Covers aus Indien oder Mexiko, furchtbare Auftritte von Tanzcombos, aber auch hervorrangende Akustik-Versionen von unbekannten Hobbysängern aus aller Welt. Ob misslungen oder nicht: Sie alle setzen dem berühmtesten Song aus der Feder von Glenn Frey ein Denkmal.

Nur bei einer "Coverversion" stellen sich einige Fragen. Die Autorin dieses Textes konnte nicht herausfinden, was David Guetta geritten hat, als er seinen Song "One Love" produziert hat. Die Harmonien zu dem Song, für den er Sängerin Estelle verpflichtet hat, sind exakt die gleichen wie von "Hotel California".



Im Andenken an Glenn Frey hat die DW-PopXport-Redaktion eine Playlist zusammengestellt. Best of Glenn Frey & The Eagles.

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