1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Glaubenssachen

Glaubenssachen

Sarajewos Religionen

Video ansehen 25:57

Sie lebt hier nun schon seit zwölf Jahren: Schwester Magdalena Schildknecht. In diesem Sarajewo, das sie nicht loslassen will. Dieser Stadt im Tal, aus dem Minarette, katholische und orthodoxe Kirchtürme ragen. Mit Unterstützung der deutschen Initiative Renovabis macht die Franziskaner-Nonne aus der Schweiz Drogen-Prävention in einem Land, das 20 Jahre nach Beginn des Bosnien-Krieges und 17 Jahre nach seinem Ende zu einem der ärmsten Europas zählt, das Transitland ist für den Drogenhandel nach West-Europa, wo die Kluft zwischen arm und reich enorm ist.

Vor dem Krieg lebten die meisten Menschen in Sarajewo miteinander und wussten meist gar nicht, ob einer Serbe, Kroate oder bosnischer Muslim ist. Im sozialistischen Jugoslawien war der Kirchgang verpönt, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in dem Land nahezu keine neuen Gotteshäuser gebaut. Heute ist Sarajewo eine bosniakische Stadt mit einer stärkeren katholischen und einer kleineren jüdischen Minderheit - Ergebnis des Angriffs der Serben auf Sarajewo, das mit dem Friedensvertrag von 1995 schließlich geteilt wurde.

Die meisten Serben sind gegangen - auf die andere Seite des Talkessels ins heutige Ost-Sarajewo. Doch es gibt sie - so wie die Kirchtürme und Minarette und Synagogen. Und es gibt so viele Menschen, die sich nach außen hin zu einer Religionsgemeinschaft bekennen wie ein halbes Jahrhundert lange nicht - allerdings: Oft vor allem aus politischen Gründen. Ohnehin: Der Austausch zwischen den Religionen ist hier zu allererst eine politische Frage - im interreligiösen Rat Bosnien-Herzegowinas sitzen Vertreter aller Religionsgemeinschaften. Sie entsenden zweimal im Jahr junge Theologen - Katholiken, Orthodoxe, Moslems - zu Treffen, organisiert von der deutschen Konrad Adenauer Stiftung.

Wie gehen diese jungen Leute miteinander um? 20 Jahre nach der Belagerung Sarajewos, der das Zusammenleben beenden sollte? Für die Franziskaner-Schwester Magdalena Schildknecht ist der Einsatz für sozial Benachteiligte "die Verkündung des Evangeliums, nicht mit Worten sondern durch Handeln". Drogenprävention bei Schülern und Studenten in Sarajewo ist dabei vor allem auch: Lernen zusammen zu leben - im Jerusalem Europas.