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Amerika

Glanz, Glamour und Merkel in Kalifornien

Nach dem Nukleargipfel in Washington gönnt sich Bundeskanzlerin Merkel zwei Tage in Kalifornien. Doch auch in dem US-Sonnenstaat hat sie ein strammes Programm - von Hollywood bis Berkeley und Stanford.

Kanzlerin Merkel im Gesprach mit Heidi Klum, ihrem Ehemann Seal und dem Bürgermeister von Los Angeles, Antonio Villaraigosa (Foto: AP)

Glamour und Politik in L. A.: Merkel mit Heidi Klum, Seal und Bürgermeister Villaraigosa

Die ganz großen Hollywood-Promis waren nicht gekommen, um Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch (14.04.2010) im J. Paul Getty Center in Los Angeles zu treffen. Auch wenn es zunächst geheißen hatte, die Schauspieler Nicole Kidman, Bruce Willis und Ashton Kutcher würden mit der Kanzlerin zu Mittag speisen. Doch die Stars glänzten durch Abwesenheit. So fand sich stattdessen Thomas Gottschalk - extravagant gekleidet wie immer in einem karierten Anzug von Vivienne Westwood - von den Mikrofonen der Journalisten umdrängt. O-Ton Gottschalk: "Ich wollte nur mal Prominente gucken, jetzt bin ich selber einer. Wie das passieren konnte, weiß ich nicht."

Schwarzenegger outet sich als Merkel-Fan

Die Kanzlerin wird von Gouverneur Schwarzenegger und dessen Frau Maria Shriver begrüßt (Foto: AP)

Die Kanzlerin mit Gouverneur Schwarzenegger und dessen Frau Maria Shriver

Der Entertainer blieb gewohnt flapsig. Der deutsche Schauspieler Eric Braeden, seit 50 Jahren in Amerika, nahm die Angelegenheit ernster. Er sagte, er freue sich, dass diesmal auch die Westküste der USA die gebührende Aufmerksamkeit bekomme. Kalifornien produziere zum Beispiel mehr Agrarprodukte und habe mehr Doktoranden als irgendein anderer Bundesstaat in Amerika. Auch das "Medium Hollywood" sei disproportional einflussreich, was die Meinungsbildung in der ganzen Welt angehe, sagte Braeden weiter. So ging es im verglasten Restaurant des Getty-Centers mit Blick auf Los Angeles also nicht nur um Glanz und Glamour, auch wenn Super-Model Heidi Klum und ihr Ehemann Seal alle Blicke auf sich zogen.

Den berühmtesten Hollywoodstar hatte Merkel allerdings schon zuvor getroffen. Dabei erwies sich Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger als großer Fan der deutschen Regierungschefin. Er bewundere Merkel und ihre Arbeit, sei es beim Umweltschutz, dem Schutz von Frauen, den Menschenrechten oder auch beim Thema nukleare Abrüstung auf dem Gipfel in Washington. Schwarzenegger: "Ihre Arbeit macht sich weltweit bemerkbar."

Mit Simon Baker in den Warner Studios

Merkel wird von Schauspieler Simon Baker durch die Warner Studios geführt (Foto: AP)

Merkel wird von Schauspieler Simon Baker durch die Warner Studios geführt

Die Kanzlerin ihrerseits sprach von einem sehr fruchtbaren Gespräch mit Schwarzenegger. Dabei sei es nämlich auch um die Frage gegangen, wie die Wirtschafts- und Forschungsbeziehungen zwischen Deutschland und Kalifornien verstärkt werden könnten. Schwarzenegger hatte als mögliche Bereiche einer intensiveren Zusammenarbeit die Landwirtschaft, alternative Energien und die Autoindustrie genannt. Kalifornien habe allerdings seine Exporte nach Deutschland bereits ausgeweitet, sie hätten derzeit ein jährliches Volumen von 5,8 Milliarden Dollar.

Später informierte sich Merkel dann vor Ort über die Filmindustrie – in den berühmten Studios der Warner Brothers, die Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut wurden und wo noch immer Filme und Fernsehserien gedreht werden. Für einen ausführlichen Rundgang blieb zwar keine Zeit, aber immerhin ließ sich die Kanzlerin von Simon Baker, dem Hauptdarsteller der US-amerikanischen Krimiserie "The Mentalist" in die Kulissen führen, in diesem Fall in einen Haushaltswarenladen. Als die Kanzlerin den smarten Frauenschwarm auf die Filmstudios in Babelsberg ansprach, konnte er damit zwar nichts anfangen, erklärte aber, dass er bereits mit Til Schweiger zusammengearbeitet habe.

Nano-Forschung und Studenten zum Abschluss

Zum Abschluss erklärte Merkel, dass auch der Besuch im Filmstudio kein Vergnügungstrip gewesen sei. Man habe vielmehr über die Probleme des Internets und der Digitalisierung im Zusammenhang mit der Filmindustrie gesprochen. Angesichts der hohen Investitionskosten sei vor allem die Piraterie ein großes Problem. Hier bedarf es laut Merkel möglichst eines internationalen Vorgehens bei der Rechtssetzung, um erfolgreich gegensteuern zu können.

Am Donnerstag (15.04.2010), dem zweiten Tag ihrer Kalifornien-Reise, wird die Kanzlerin San Francisco besuchen. Dann geht es um Themen, die der Wissenschaftlerin näher liegen als der Glanz und Glamour Hollywoods. In der Universität Berkeley wird sie sich mit der Nano-Forschung beschäftigen und in Stanford eine Rede halten und mit Studenten diskutieren.

Autorin: Christina Bergmann
Redaktion: Stephan Stickelmann