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Fußball

Gladbach lässt die Liga staunen

In der Vorsaison rettete sich Mönchengladbach erst in der Relegation vor dem Abstieg, nun sind die "Fohlen" zumindest vorübergehend Tabellenführer. Hinter ihnen lauern Mainz und Hannover auf den dritten Saisonsieg.

Mönchengladbachs Marco Reus (r.) und Torwart Marc-Andre Ter Stegen jubeln nach dem 4:1 gegen Wolfsburg (Foto: AP)

So schnelllebig ist der Fußball: Im Mai stand Borussia Mönchengladbach noch mit einem Bein in der 2. Bundesliga, und jetzt zählt der Verein mit sieben Punkten nach drei Spielen zu den Topteams der Liga. Gegen den teuren Kader des VfL Wolfsburg gewann die Elf von Trainer Lucien Favre verdient mit 4:1 (3:1). Dabei war Gladbach zu Beginn kalt erwischt worden: Nach einem sehenswerten Angriff über Patrick Helmes und Christian Träsch vollendete Makoto Hasebe präzise zum 1:0 (12.). Aber Gladbach antwortete prompt. Einen dicken Fehler von Simon Kjaer, der wegrutschte, nutzte Bobadilla geistesgegenwärtig, um auf den mitgelaufenen Reus querzulegen, der mühelos zum 1:1 traf (15.).

Mönchengladbachs Dante (M, hinten) kämft mit Wolfsburgs Mario Mandzukic (vorne) um den Ball (Foto: AP)

Obenauf: Gladbach hatte gegen Wolfsburg Lufthoheit

Auch danach setzte Mönchengladbach Wolfsburg unter Druck und kam per Konter zum Erfolg: Marco Reus holte gegen den überforderten VfL-Verteidiger Michael Schulze einen Elfmeter heraus, den Filip Daems verwandelte und so das Spiel drehte (33.). In der 45. Minute erhöhte Bobadilla sogar auf 3:1. Wolfsburgs Abwehrverhalten war nicht nur in dieser Situation völlig indiskutabel. Auch in der zweiten Halbzeit schauten die "Wölfe" meist nur zu, wenn Gladbach bisweilen zauberte, wie Reus, der den Ball nach einem gefühlvollen Pass von Arango zum 4:1 (67.) versenkte.

Ein besonderes Spiel für Gündogan

Wie gut sind sie nun, die Meister aus Dortmund? Am ersten Spieltag dieser furiose Sieg gegen Hamburg, am zweiten dann die Niederlage in Hoffenheim. Nun ist am Samstag (20.08.2011) der 1. FC Nürnberg zu Gast. Ilkay Gündogan war bis zum Sommer Nürnberger, schnürt jetzt für die Borussia die Fußballschuhe und kennt keine Sentimentalitäten: "Nürnberg hat natürlich seine Qualitäten, gar keine Frage. Aber die haben wir auch. Wir spielen wieder zu Hause und wollen die Partie gewinnen. So einfach ist das."

Aber auch Nürnbergs Trainer Dieter Hecking sieht eine kleine Chance für seine Mannschaft: "Man hat jetzt in Hoffenheim gesehen, dass sie doch nicht so übermächtig sind. Man muss natürlich einen Tag erwischen, an dem man bei hundert Prozent ist."

"Wer 6:0 tippt, hat keine Ahnung vom Fußball"

Hamburgs Trainer Michael Oenning streicht sich durch die Haare (Foto: dapd)

Hamburgs Trainer Michael Oenning

Das gilt auch für den Hamburger SV beim FC Bayern. In der letzten Saison hatten die Hamburger in München mit 0:6 verloren. Ein einmaliger Ausrutscher, meint Hamburgs Trainer Michael Oenning: "Wer 6:0 tippt, der hat keine Ahnung vom Fußball. Ich gehe stark davon aus, dass wir uns nicht so präsentieren werden. Wir werden uns mit Händen und Füßen wehren. Was am Ende dabei herauskommt, werden wir dann sehen."

Beim FC Bayern ist ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. Das muss auch so sein, denn das kritische Publikum dürfte einen weiteren Ausrutscher nicht verzeihen. Und so verspricht Verteidiger Holger Badstuber den Fans "ein gutes Spiel" und ergänzt: "Und das Wichtigste ist, einen Sieg einzufahren."

Mit Respekt gegen die Topelite aus Leverkusen

Überraschend stark ist Stuttgart in die Saison gestartet. Letztes Jahr fast abgestiegen, jetzt noch ungeschlagen. Am Samstag geht es gegen Leverkusen, den ehemaligen Arbeitgeber von Stuttgarts Trainer Bruno Labbadia. Der hat gehörigen Respekt vor dem deutschen Vizemeister: "Wir treffen mit Bayer Leverkusen auf eine Mannschaft, die spielerisch ganz klar zur absoluten Topelite in der Liga gehört." Noch ist nicht klar, ob Michael Ballack in Leverkusens Startelf stehen wird. Die Alternative zum ehemaligen Weltstar heißt Simon Rolfes, und der hatte vergangene Woche als Einwechselspieler für einen glücklosen Ballack immerhin das 1:0 gegen Werder Bremen vorbereitet...

Michael Ballack sitzt mit gestreckten Beinen auf dem Rasen (Foto: pa/Pressefoto Ulmer)

Michael Ballack ist in Leverkusen nur Ergänzungsspieler; gegen Stuttgart hofft er auf einen Einsatz

Zu den Abstiegskandidaten gehört Aufsteiger FC Augsburg. Auch wenn die Bilanz bisher zwei Unentschieden ausweist. Der Trainer von Gegner Hoffenheim, Holger Stanislawski, ist jedenfalls gewarnt: "Alle Mannschaften, die in der Bundesliga spielen, haben es verdient, in der Bundesliga zu spielen", sagt er und erwartet zwar eine "sehr euphorische Mannschaft", aber auch drei Punkte.

Abstiegskampf schon am dritten Spieltag

Der SC Freiburg muss bei Werder Bremen antreten und gilt dort als krasser Außenseiter. Was die Freiburger bisher gezeigt haben, macht jedenfalls wenig Mut. Und so gibt Trainer Marcus Sorg auch eher ein generelles Ziel aus: "Für uns ist wichtig, dass wir die Klasse erhalten. Wir haben noch 32 Spiele. Es gibt noch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir arbeiten konsequent weiter, denn konsequente Arbeit wird auf Dauer immer belohnt."

Raul (l.) schießt gegen Torwart Michael Rensing das Tor zum 4:1 für Schalke 04 (Foto: pa/Sven Simon)

Acht Gegentore für Rensing

Die größten Enttäuschungen der noch jungen Spielzeit kommen aus Köln und Kaiserslautern. Einige sehen im Aufeinandertreffen der beiden Schlusslichter schon ein Schlüsselspiel, nicht so Lauterns Trainer Marco Kurz: "Es ist einen gewisse Brisanz da. Es ist klar, dass beide Mannschaften nicht als Verlierer aus dem Spiel gehen wollen."

Am Sonntag dann empfängt Spitzenreiter Mainz den FC Schalke 04, und die zweitplatzierten Hannoveraner haben Hertha BSC zu Gast.

Autoren: Tobias Oelmaier/Joscha Weber
Redaktion: Andreas Sten-Ziemons

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