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Aktuell Welt

Glückliches Ende einer misslungenen Kreuzfahrt

Das im Indischen Ozean havarierte Kreuzfahrtschiff 'Costa Allegra' hat sicher die Seychellen erreicht. Die rund 1000 Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten im Hafen von Victoria an Land gehen.

Nach drei Tagen des Ausharrens auf dem manövrierunfähigen Schiff ist für die Urlauber und die Crew der 'Costa Allegra' ein Alptraum zu Ende gegangen. Beobachtet von einem riesigen Medienaufgebot verließen die 636 Passagiere aus 25 Ländern und die 413 Besatzungsmitglieder im Hafen der Seychellen-Hauptinsel Mahé das italienische Schiff. Die 39 Deutschen an Bord wurden von der für die Seychellen zuständigen deutschen Botschafterin in Kenia, Margit Hellwig-Bötte, in Empfang genommen.

Brand im Maschinenraum

Das Kreuzfahrtschiff war am Montag auf dem Weg von Madagaskar zu den Seychellen, als im Maschinenraum ein Brand ausbrach. Dieser konnte zwar gelöscht werden, doch fielen der Strom, die Klima- und die Toilettenanlagen aus. Passagiere und Crewmitglieder mussten die Nächte im Freien auf Deck verbringen. Gleichzeitig wurde die 'Costa Allegra' durch den Stromausfall manövrierunfähig. Zwei Schlepper und ein französischer Fischtrawler zogen das Kreuzfahrtschiff durch das wegen Piratenangriffen unsichere Seegebiet zu den Seychellen.

Video ansehen 00:18

Kreuzfahrtschiff Costa Allegra

Im Hafen von Victoria warteten 16 Busse, um die Passagiere, die nach Hause zurückkehren wollten, zum Flughafen zu fahren. Dort standen zwei Chartermaschinen bereit, um die Urlauber nach Europa zu bringen. Mehr als die Hälfte der Passagiere entschied sich aber, ihren Urlaub auf Kosten der italienischen Reederei 'Costa Crociere' auf den Seychellen fortzusetzen, wie das Unternehmen mitteilte. Die 26-tägige Seereise sollte eigentlich von Mauritius über Madagaskar durch den Suezkanal bis Savona in Italien führen.

Deutsche Urlauber wohl auf

Botschafterin Hellwig-Bötte sagte, die Passagiere aus Deutschland seien alle offensichtlich gesundheitlich in guter Verfassung. Nach Angaben eines Sprechers des Reiseveranstalters wollen 15 Deutsche sofort die Heimreise antreten und die anderen zunächst im Urlaub bleiben. Viele Reisende erklärten, die Crew und der Kapitän hätten bei der Havarie umsichtig gehandelt. Ein Reisender aus der Nähe von Koblenz sagte, die Besatzung der 'Costa Allegra' habe Rettungsboote heruntergelassen: "Wir waren alle schon bereit, in die Rettungsboote zu gehen."

Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes erregte besonders starke internationale Aufmerksamkeit, weil die 'Costa Allegra' zur selben Reederei 'Costa Crociere' gehört wie die 'Costa Concordia', die vor rund sechs Wochen vor der italienischen Toskana-Küste einen Felsen rammte und kenterte. Bei dem Unglück starben 32 Menschen.

wl/nis (dpa,afp)

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