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WM-Qualifikation

Glücklicher DFB-Sieg in Tschechien

Mats Hummels seid Dank: Nur wegen eines späten Kopfballtores des Bayern-Verteidigers bleibt der Weltmeister in der WM-Qualifikation weiterhin ohne Punktverlust. Dabei wäre ein Punkt für Tschechien verdient gewesen.

Siebtes Spiel, siebter Sieg  - Bundestrainer Joachim Löw kommt seinem Ziel näher. Das da heißt: WM-Qualifikation ohne Punktverlust. Die DFB-Elf gewann am Freitagabend in Prag gegen Tschechien mit 2:1 (1:0) und ist weiterhin Tabellenführer der Gruppe C. Überzeugend war die Leistung des deutschen Teams allerdings nicht:  Nach vorne spielte der Weltmeister pomadig und hinten zu nachlässig. "Wir haben eindeutig zu viele Fehler gemacht", meinte Thomas Müller nach der Partie gegenüber dem Fernsehsender RTL.

Auf ein Tor mussten die Zuschauer nicht lange warten. Bereits in der vierten Minute zappelte der Ball im Netz der Gastgeber. Verteidiger Mats Hummels fing einen vertikalen Pass von Bremens Theodor Gebre Selassie ab. Der Bayern-Profi bediente sofort Mesut Özil, der Timo Werner mit einem flachen, langen Pass in den rechten Strafraum schickte. Der Spieler von Vizemeister RB Leipzig drückte den Ball dann an Schlussmann Tomas Vaclik vorbei ins Tor (4. Minute). Das vierte Tor im siebten Länderspiel - eine sehr gute Quote für Stürmer Werner.

WM Qualifikation Tschechische Republik - Deutschland Werner (picture-alliance/GES/M Guengoer)

Hat eine gute Quote: Timo Werner erzielt im siebten Länderspiel sein viertes Tor

Fehlentscheidung des Schiedsrichters

Tschechiens Trainer Karel Jarolim berief zwei Bundesliga-Spieler in die Startelf: Neben Gebre Selassie auch Herthas Vladimir Darida. Zudem saßen Werders Torhüter Jiri Pavlenka und Hoffenheims Pavel Kaderabek auf der Bank. Der Rückstand schien das tschechische Team zu motivieren, das nun zu vielversprechenden Tormöglichkeiten kam. So musste unter anderem der deutsche Torhüter Marc-André ter Stegen in der 16. Minute nach einem flachen Weitschuss von Jakub Jantko schnell rechts unten abtrauchen. Die Löw-Elf tat sich nach der Führung schwer in der Offensive. Die Tschechen spielten beim Vorwärtsspiel der Deutschen mit einer Fünfer- und davor einer Viererkette.

Die beste Möglichkeit hatten die Tschechien in der ersten Halbzeit, als Jantko nach einem Konter rund 30 Meter vor dem Tor allein auf ter Stegen zu lief. Doch der Linienrichter hob wegen vermeintlichen Abseits die Fahne - eine Fehlentscheidung (36. Minute). Zudem hätte kurz vor dem Abpfiff Gebre Selassie auch den Ausgleich erzielen können. Doch der Bremer konnte sich nicht entscheiden, zu flanken oder  selber aufs Tor zu schießen. Er entschied sich für die dritte Variante - keines von beiden (45.).

Traumtor von Herthas Darida

Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich Deutschlands Gegner immer mal wieder mit guten Spielzügen im deutschen Strafraum. Allein beim letzten Pass und im Abschluss waren die Tschechen zu harmlos. Bundestrainer Löw holte in der 61. Minute den unauffälligen Julian Brandt raus und brachte für ihn Verteidiger Antonio Rüdiger, um die Defensive zu stärken. Doch in der 78. Minute gelang dem tschechischen Team der Ausgleich - durch ein Traumtor: Darida zog aus 25 Metern ab und der Ball landete rechts oben im Torwinkel, unhaltbar für Schlussmann ter Stegen (78.). Es war das zweite Gegentor in dieser WM-Qualifikation für das DFB-Team.

2018 World Cup Qualifications - Europe - Czech Republic gegen Deutschland (Reuters/D. W. Cerny)

Ein sehenswerters Tor: Darida drosch den Ball aus 25 Metern rechts oben in den Winkel zum 1:1-Ausgleich

War dies also der erste Punktverlust in der WM-Qualifikation? Nein. Kurz vor dem Abpfiff zirkelte Toni Kroos bei einem Freistoß den Ball in den Strafraum, wo der 1,91 Meter große Mats Hummels am höchsten sprang und den Ball ins rechte Toreck zum 2:1-Sieg einköpfte (88.). "Wir haben heute viel Glück benötigt", gab Löw später zu. "Wir hatten viel Ballbesitz, aber keine zwingenden Torchancen." In der Gruppe C gewann zudem Norwegen mit 2:0 (1:0) gegen Aserbaidschan und San Marino unterlag Nordirland mit 0:3 (0:0). Am Montag trifft das Löw-Team in Stuttgart auf Norwegen (ab 20:30 Uhr MESZ im DW-Livestream).

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