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Kultur

Glück und Verzweiflung nach der Katastrophe

Hunderte Urlauber aus dem Katastrophengebiet in Asien sind bereits nach Hause zurückgekehrt. Glücklich können Freunde und Verwandte sie umarmen. Andere suchen noch immer verzweifelt nach Vermissten.

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Ein Überlebender schließt am Flughafen seine Angehörigen in die Arme

"Wir wollen einfach nur Gewissheit." Der Saarbrücker Georg M. ist nach Thailand geflogen, um seine Tochter zu suchen. Er wollte lieber auf eigene Faust losziehen, als zuhause abzuwarten. So wie er zittern tausende Freunde und Verwandte von vermissten Opfern des Seebebens in Asien. Georg M. hat seine Tochter mittlerweile in einem der Krankenhäuser vor Ort gefunden, für andere geht das Zittern weiter.

Internetseiten helfen bei der Suche

So sind Mitarbeiter einer Firma in Weilheim auf der Suche nach ihrer Arbeitskollegin Heike. "Wir, die Arbeitskollegen von Heike", schreiben Sie im Forum der Internetseite "Phuket Disaster Forum", "suchen Heike und Andre B." Auch Viola M. ist in dem Forum auf der Suche nach zwei Menschen: "Philipp R. und Anja B., in Thailand unterwegs mit Rucksack – keiner weiß genau wo", schreibt sie und beschreibt die beiden Gesuchten so gut es geht.

Seebeben Thailand deutsche Touristen zurück in München

Deutsche Touristen zurück in München.

Wer Glück hat, dem helfen andere Nutzer des Forums weiter. Eine Frau aus Murnau die einen Arbeitskollegen sucht, hat auf ihre Anzeige einen Tip und einen Verweis auf die Internetseite eines Krankenhauses bekommen: "Ich habe in der Liste unter Verletzte im Krankenhaus einen Andre B. gefunden, ist er das?", schreibt ein anonymer Nutzer und wünscht "viel Glück!" Außer den Suchanzeigen gibt es aber auch Anzeigen von Geretteten. Sie wollen Ihre Freunde und Verwandten wissen lassen, dass sie in Sicherheit sind. So schreibt ein Matthias L.: "Ich bin O.K. und mittlerweile in Bali." Auch Werner, Tina, Morten und Norna geben Entwarnung: "Wir sind körperlich in Ordnung."

Gerettete glücklich zurück

Spendenaufrufe im Internet

Spendenauftrufe im Internet - Hilfe ist dringend notwendig.

Während viele noch immer nach ihren Vermissten fahnden, drängen sich andere schon auf den Flughäfen, um Freunde und Verwandte abzuholen, die es geschafft haben. Bernd E. aus Forchheim konnte seine Tochter in Düsseldorf abholen. "Ich soll nicht erschrecken, hat sie zu mir gesagt, als sie angerufen hat", erzählt er erleichtert. Auch in München kamen Urlauber an, die auf Sri Lanka von der Flut überrascht worden waren und Glück hatten. "Die erste Welle hat die Leute aus dem Speisesaal rausgespült, im Erdgeschoss sind die Balkontüren eingedrückt worden, Nachtschränke wurden aus den Schlafzimmern geschleudert, Möbel schwammen in der Lobby", erzählt eine Frau aus Hof. Die zweite Welle sei noch schlimmer gewesen. "Die stieg bis unters Dach hoch."

Angelika V. aus München war ebenfalls auf Sri Lanka. "Plötzlich riefen die Leute 'go, go, go', und auf einmal rannten alle durcheinander", erinnert sie sich. "Alleine an unserem Strandabschnitt gab es 48 Tote". Ein Ehepaar aus der Nähe von Stuttgart lobt vor allem die Hilfsbereitschaft und das Engagement der Menschen im Katastrophengebiet. "Das Personal, das teilweise Haus und Familie verloren hat, kümmerte sich rührend um uns, die wir teilweise nur unsere Koffer verloren hatten", erzählen sie. "Das war spektakulär."

Angehörige im Ungewissen

Viele Angehörige in Deutschland mussten lange warten, um ein Lebenszeichen von Freunden oder Verwandten zu bekommen. "Als meine Tochter heute anrief, war ich so erleichtert", sagt eine Frau aus Augsburg, die am Münchner Flughafen ihr Kind wartet. Auch eine Österreicherin aus Steyr musste mehr als einen Tag auf den erlösenden Anruf ihrer Tochter warten. Sie war vor kurzem noch selbst auf der thailändischen Insel Phuket gewesen. "Das da jetzt nichts mehr steht", sagt sie, "das kann man sich gar nicht vorstellen."

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