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Deutschland

GIZ meldet Rekordumsatz

Mehr als zwei Milliarden Euro hat die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ im vorigen Jahr umgesetzt - ein beachtlicher Rekord. In Berlin legte die Organisation ihren Jahresbericht vor.

Seit anderthalb Jahren gibt es die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ. Auf Betreiben von Entwicklungsminister Dirk Niebel wurde sie Anfang 2011 aus den drei deutschen Organisationen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Deutscher Entwicklungsdienst (DED) und der Bildungsagentur "Inwent" zusammengesetzt. Das Fazit des scheidenden Vorstandssprechers der GIZ, Bernd Eisenblätter, lautet: Die Fusion ist gelungen.

"Wir sind ein noch besserer Dienstleister für die Bundesregierung, unser Know-How wird heute noch mehr nachgefragt und wir sind effizienter geworden", sagte Eisenblätter bei der Vorstellung des Jahresberichts 2011.

17.000 Mitarbeiter – zwei Milliarden Euro

Mehr als 17.000 Mitarbeiter hat die GIZ, die im In- und Ausland beschäftigt sind. Hinzu kommen 3700 junge Menschen, die im Rahmen der Programms "Weltwärts" in Entwicklungsländern unterwegs sind und 9700 Rentner, die als Senior-Experten für die GIZ arbeiten. Das Geschäftsvolumen der Organisation betrug im Jahr 2011 mehr als zwei Milliarden Euro, eine Steigerung von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Diese Zahl zeige, so Hans-Jürgen Beerfeltz, Staatsminister im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) stolz, dass die Bundesregierung bei der Entwicklungshilfe nicht spare.

Bernd Eisenblätter (Foto: DW) t

Bernd Eisenblätter, Vorstandssprecher der GIZ

"Das Unternehmen ist wirtschaftlich gesund und dient anderen als Vorbild", unterstreicht auch GIZ-Chef Eisenblätter, der nach fast 20 Jahren in Spitzenpositionen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Kürze in den Ruhestand geht. Er selbst sei im Laufe seiner langen Tätigkeit häufig in den Partnerländern unterwegs gewesen. Überall genieße die GIZ und mit ihr die deutsche Entwicklungszusammenarbeit einen besonders guten Ruf. "Wir werden von anderen Geberländern beneidet um das, was wir in hoher Professionalität in den einzelnen Ländern abliefern. Ich glaube, darauf können wir stolz sein". Es zeige, dass das deutsche System der Durchführungsorganisationen gut wirke und sich erfolgreich bewährt habe.

Fördern und Fordern

Doch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit arbeitet nicht nur in neuen und effizienteren Strukturen, sie hat auch neue Maßstäbe für die Zusammenarbeit mit Partnerländern entwickelt. Zum Beispiel einen sogenannten "Menschenrechts-TÜV", dem sich die Partnerländer unterziehen müssen. Nur wer die Menschenrechte einhält, soll Zuwendungen aus der deutschen Staatskasse erhalten. "Stärker als zuvor geht es uns um eine Balance zwischen Fördern und Fordern", betont Staatssekretär Beerfeltz. Dabei gehe es immer um Werte, aber auch um Interessen.

"Gerade wenn Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich sein will und eben nicht nur ein Suppenschüssel-Sozialismus, muss sich Entwicklungszusammenarbeit über gemeinsame Zukunftsinteressen mit den Partnerländern definieren", sagt Beerfeltz. Andernfalls werde man keinen Erfolg haben.

So setzt das FDP-geführte Ministerium auf mehr Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft, zum Beispiel mit der deutschen Versicherungswirtschaft. In Asien könnten sich schon fünf Millionen Kleinbauern über die Versicherung "Allianz Re" gegen Ernteausfälle versichern, berichtet Bernd Eisenblätter.

Schwerpunkt arabische Welt

Schwerpunkte der deutschen Entwicklungshilfe waren nach den Umstürzen in der arabischen Welt im vergangenen Jahr Nordafrika und der Nahe Osten. Vor allem in Tunesien und Ägypten setze Deutschland auf verstärkte Zusammenarbeit, so Staatssekretär Beerfeltz. Nach Einschätzung des BMZ gebe es vor allem in Tunesien die Chance, "aus dem arabischen Frühling eine Blaupause zu machen" und zu zeigen, dass mehr Demokratie und mehr Marktwirtschaft funktioniere. "Deswegen werden wir in Tunesien eine massive Verstärkung der Mittel des BMZ vornehmen und damit insbesondere die berufliche Bildung fördern."

Auch in Ägypten gibt es erste Programme zur Berufsausbildung. In Kairo hat die GIZ zusammen mit der örtlichen Handelskammer auf diese Art fast 5000 Arbeitsplätze für junge Leute geschaffen. Im Angesicht der extrem hohen Arbeitslosigkeit in Ägypten und der Perspektivlosigkeit der jungen Generation sei dies zwar nur eine kleine Hilfe, aber sie könne beispielhaft sein für das, was in der arabischen Welt am notwendigsten sei, erklärt GIZ-Chef Eisenblätter.

Schwierig bleibt für die deutsche Entwicklungspolitik die Lage in den besetzten palästinensischen Gebieten. Dort werden immer wieder deutsche Entwicklungsprojekte von der israelischen Militärverwaltung behindert oder gar zerstört. Dies, so Staatssekretär Beerfeltz, werde Deutschland aber nicht davon abhalten, die Entwicklungszusammenarbeit mit der palästinensischen Autonomiebehörde fortzusetzen.