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Musik

Gipfeltreffen der Stars

Es muss was Besonderes dran sein am Triospiel: denn in kaum einer anderen Gattung finden sich immer wieder berühmte Solisten zur Kammermusik zusammen.

Neue CD mit Klaviertrios, gespielt von Lang Lang, Vadim Repin und Mischa Maisky

Kammermusik mit Lang Lang, Vadim Repin und Mischa Maisky

Gipfeltreffen kennt man aus der Politik zur Genüge; da wird auf höchster Ebene diskutiert und für die Presse posiert. Die Ergebnisse solcher Treffen können sich oft kaum sehen lassen. Wenn dagegen drei hochkarätige Solisten zusammen Kammermusik machen, sind Spitzenleistungen zu erwarten.

Musizieren auf höchstem Niveau

Ob es vielleicht an der Gattung Klaviertrio liegt, dass sich gerade hier immer wieder große Solisten zum gemeinsamen Kammermusikspiel treffen? Die Liste der prominenten Pianisten, Geiger und Cellisten, die sonst hauptsächlich mit Orchester auftreten, ist lang und umfasst Namen wie Isaac Stern, Pablo Casals, Itzhak Perlman, Vladimir Ashkenazy oder Sviatoslav Richter. Auch der israelische Weltklassecellist Mischa Maisky gehört zu diesem illustren Kreis; er spielte 1998 zusammen mit dem Geiger Gidon Kremer und der Pianistin Martha Argerich Trios ein. Nun hat der 61jährige zwei Stars der jüngeren Generation getroffen: den 38jährigen russischen Geiger Vadim Repin und den chinesischen Pianisten Lang Lang; und der ist zum ersten Mal bei einer Kammermusikproduktion dabei.

Interpretation vor Repertoire

Der Pianist Lang Lang, der Geiger Vadim Repin und der Cellist Mischa Maisky beim gemeinsamen Spiel Foto: Olaf Heine

Die drei Solisten in Aktion

Dass Maisky, Repin und Lang Lang sich für ihre erste gemeinschaftliche CD-Produktion bei der Deutschen Grammophon Sergei Rachmaninovs Trio élégiaque Nr. 1 in g-moll ausgesucht und mit Peter Tschaikowskys a-moll-Trio op. 50 kombiniert haben, ist nicht gerade besonders originell; denn diese beiden Werke sind bei allen Virtuosen beliebt. Entsprechend viele Aufnahmen liegen vor. Die Idee zu dieser CD entstand beim Schweizer Verbier-Festival, als Mischa Maisky, Vadim Repin und Lang Lang die Trios erstmals zusammen spielten: für den 27jährigen Pianisten war diese kammermusikalische Aufgabe Neuland. Ob er sich hier wie "neugeboren" präsentiert, wie einige Kritiken jubelten, bleibe dahingestellt; herausgekommen ist eine emotionsgeladene und gut aufeinander abgestimmte Interpretation der beiden Trios. Das Zusammenspiel macht Appetit auf mehr Kammermusik mit den drei Solisten; es bleibt zu hoffen, dass diese CD-Produktion kein einmaliges "Gipfeltreffen" war.

Autor: Klaus Gehrke

Redaktion: Gudrun Stegen