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Aktuell Afrika

Gipfel von Krisen überschattet

Die Afrikanische Union existiert an diesem Montag zehn Jahre. Statt Festivitäten gibt es einen Krisen-Gipfel. Der Traum eines einigen Afrikas scheint weit entfernt: Auf dem Treffen droht ein Machtkampf.

Bei dem 19. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, das bis zum 16. Juli dauert, soll offiziell die Förderung des afrikanischen Handels und Schaffung einer kontinentalen Freihandelszone im Mittelpunkt stehen. Am Anfang tagen nur Spitzenbeamte und Minister.

Aber vor allem die aktuellen Konflikte in Mali, Guinea-Bissau sowie zwischen Süd-Sudan und dem Sudan werden die Delegierten und später die Staats- und Regierungschefs der 54 Mitgliedsstaaten beschäftigen. Dabei geht es auch um mögliche Interventionen in Mali und Guinea-Bissau, wo Militärs Regierungen gestürzt hatten. In Mali droht wegen der Offensive der Islamisten wachsendes Chaos.

Zudem steht wie schon beim Gipfel zuvor eine Entscheidung über den künftigen AU-Kommissionschef an, den wichtigsten AU-Posten. Im Januar hatten weder der Amtsinhaber Jean Ping (Gabun) noch die südafrikanische Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma die notwendige Zweidrittelmehrheit erringen können. Beide treten erneut an.

Machtkampf um Führungsposten

Ping wird vor allem von den frankophonen und kleinen Ländern unterstützt, die eine Übermacht Südafrikas und mehr Einfluss von Staaten wie China und Indien fürchten. Diplomaten in Pretoria glauben, dass auch die EU und besonders Frankreich gegen eine südafrikanische AU-Führung sind.

Selbst der Austragungsort des Gipfels demonstriert Afrikas Zerrissenheit: Malawis Präsidentin Joyce Banda hatte das ursprünglich in ihrer Hauptstadt Lilongwe geplante Treffen abgesagt. Sie drohte mit der Festnahme des sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir, der vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Völkermordes in Darfur gesucht wird. Also verlegte die AU das Treffen an ihren Hauptsitz in Addis Abeba. Ein Ausschluss Al-Baschirs sei angesichts der angespannten Lage zwischen dem Sudan und dem Südsudan unklug, hieß es lapidar.

re/li (dpa, afp)