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Kultur

Gilbert Bécaud hat den Kampf gegen den Krebs verloren

Auf der Bühne war er "Mister 100.000 Volt", in seiner Heimat die "Stimme Frankreichs". Zu Lebzeiten galt Bécaud schon als Legende.

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Gilbert Bécaud - französischer Chansonnier

Er war Ritter des Ordens der belgischen Krone, Gewinner der Bronzenen Rose von Montreux, Ritter der französischen Ehrenlegion und seit 1973 Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Gilbert Bécaud, der französische Chansonnier mit dem überwältigenden Temperament gehörte zu den Künstlern, deren Lieder fast jeder kennt, obgleich diese nur selten auf den vordersten Plätzen der internationalen Hitparaden zu finden waren. Geboren 1927 in Toulon zog er 1942 mit seinen Eltern nach Paris. Nachdem er zunächst als Klavierbegleiter von Jacques Pills gearbeitet hatte, begann er 1953 selbst zu komponieren und zu singen. Zu seinen berühmtesten Werken gehören "Nathalie", "Et maintenant" und "L´important c´est la rose". Da er allerdings mit Worten nicht so gut umzugehen verstand wie mit Noten, suchte er sich drei der besten Textdichter Frankreichs aus: Delanoe, Amade und Vidalin. Aus dieser "Arbeitsgemeinschaft" stammen etwa 400 Chansons. In der Ahnengalerie des französischen Chansons wird sein Name nur noch durch den von Edith Piaf übertroffen. Es heißt, dass Edith Piaf ihm zu Ruhm verhalf und er mit ihr das Bett teilte – etwas was der Playboy immer wieder bestritt.

Bécaud sang auch deutsche Lieder

Gilbert Becaud

French singer Gilbert Becaud is seen in this undated file picture. Becaud died Tuesday Dec. 18, 2001 aged 74, broadcasting station RTL reported. (AP Photo/Electrola)

Auf der Bühne garantierte er seinem Publikum einen Abend voller Höhepunkte Und das gewiss nicht nur für die deutsche Interpretation seiner größten Erfolge von "Nathalie" über "Überall blühen Rosen" bis "Was ist so schön an der Liebe?". Mit "Et maintenant" hatte er einen riesen Hit in den USA, wo der Song in der englischen Version "What now my love" von rund 150 Sängern interpretiert wurde, darunter von Frank Sinatra und Barbara Streisand.

Die schlafwandlerische Synthese aus Alltagsbeobachtungen, Poesie und der Erzähllust eines großen Kindes fesselte seine Fans. Kein Wunder, dass Bécaud Ende 1997 nach der Restaurierung des quasi französischem Nationalheiligtums, dem Konzertsaal "Olympia" in Paris, niemand anderes als er den Konzertsaal wieder eröffnen durfte. Der damals 70-jährige hatte das gläserne Kuppeldach gestiftet. Mit dem Olympia verband ihn seit seinem ersten Auftritt 1953 dort ein magisches Band. Unvergessen auch sein Millennium-Konzert in Lissabon/Portugal. Trotz seines damals hohen Alters von 72 Jahren riefen die Frauen immer noch verzückt: 'Friss mich, friss mich!' – der Schlachtruf seiner weiblichen Anhänger. Und gefressen hat er viele.

Bécaud war privat ein Raubein, seine Affären sind unzählbar. Ein Korse durch und durch. Er ließ sich vor dem Betreten einer Konzerthalle immer im Voraus bar bezahlen – kein Geld, kein Bécaud. Er liebte das Meer und die Sonne – das ging so weit, dass er sogar in Paris auf einem Hausboot lebte. Und ganz Macho rauchte er wie ein Schlot. Selbst als bei ihm Mundhöhlenkrebs diagnostiziert wurde, qualmte der obsessiv weiter – was ihm zum Verhängnis wurde. An den Folgen seines Krebsleidens verstarb er am Dienstag (18. Dezember 2001). 1999 ließ er noch verlauten, dass er die Krankheit besiegt hätte.

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