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Kunst

Gigantomanie: Damien Hirst in Venedig

Es war etwas still geworden um den britischen Künstler. Jetzt ist er zurück - mit einer großen Doppelausstellung in Venedig. Dort präsentiert das "Enfant terrible" der Kunstwelt rund 200 noch nie gezeigte Werke.

Zehn Jahre hat Damien Hirst an dem Projekt gearbeitet. Gezeigt werden Skulpturen, die an antike Statuen und Fabelwesen aus der Mythologie erinnern. Sie gleichen Ungeheuern, kämpfen mit Löwen und Schlangen. Auf ihren Rücken, Köpfen und Armen wachsen Korallen und haften Seemuscheln. Die Doppelausstellung, die am Sonntag eröffnet wurde, trägt den Titel "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" - auf Deutsch "Schätze aus dem Wrack des Unglaublichen" - und findet im Palazzo Grassi und der Punta della Dogana statt.

"Gewagt, exzessiv und ehrgeizig" 

Mit diesen Worten beschreibt der Investor und Unternehmer François Pinault das Projekt, für das er Hirst die beiden Museen zur Verfügung stellt. Der 80-Jährige, der zu den bedeutendsten Kunstsammeln der Welt zählt, ist der stolze Besitzer des Palazzo Grassi und der Punta della Dogana.

Hirst und Pinault kennen sich seit rund 30 Jahren. Aber nicht nur deshalb findet die Ausstellung in Venedig statt. Für das, was es dort zu sehen gibt, braucht es Platz. Und den können nur wenige Museen in dieser Form bieten. Der "Dämon mit Schale" (Artikelbild) beispielsweise ist 18 Meter hoch und füllt das komplette Atrium des Palazzo Grassi aus.

Italien Doppelausstellung Damien Hirst in Venedig (picture alliance/dpa/A. Merola)

Geheimnisvoll: Die Skulptur "Hydra und Kali" - ebenfalls Teil der Doppelausstellung in Venedig

Mythos um ein Schiffswrack

Im Vorfeld war nur wenig über die Ausstellung bekannt geworden. Auch Fotos der Exponate gab es nicht zu sehen. Verkündet wurde nur, dass Hirst Neues und bislang noch nie Gezeigtes präsentieren werde. Nach seinen in Formaldehyd eingelegten Tierkadavern sucht man daher auch tatsächlich vergeblich. 

Hirst erzählt in Venedig die Geschichte eines auf dem Grund des Meeres entdeckten Schatzes. Er stamme von einem sagenumwobenen Handelsschiff mit dem Namen "Apistos", das voll beladen mit Schätzen und Kunstwerken vor 2000 Jahren gesunken sein soll. Diesen Schatz will Hirst geborgen haben: Skulpturen antiker Göttinnen, Fabelwesen und Sagengestalten. Fiktion oder Wahrheit? Hirst lässt den Interpretationen der Besucher freien Lauf. 

Die Reaktionen sind wie immer gespalten. Die Kritiken der Fachwelt reichen von kitschig, überzogen bis hin zu zynisch, originell, tiefgründig. Wer sich selbst ein Bild machen will: Die Ausstellung ist noch bis 3. Dezember in Venedig zu sehen. 

pl/HF (dpa)

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