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Kultur

Giga-Hertz-Preis für Brian Eno

Der Musikproduzent Brian Eno hat beim Imatronic-Festival des Karlsruher Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) den Giga-Hertz-Preis für elektronische Musik bekommen.

Am Samstagabend (29.11.) nahm der 66-jährige in Karlsruhe die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. Brian Eno erhielt den Preis für sein Lebenswerk, für seine "musikalischen Grenzüberschreitungen und sein innovatives Denken im Bereich von Internet und Klanginstallation". Seit Ende der 70er-Jahre arbeitet das englische Multitalent als Musiker, Komponist, Produzent, Klangkünstler und Arrangeur - unter anderem mit Größen wie Coldplay, Depeche Mode, U2, Genesis, Talking Heads, David Bowie, Johnny Cash, Paul van Dyk, Robert Fripp und David Byrne. Auch als Multimediakünstler feiert er Erfolge. Seine Musik-Apps begeistern die Nutzer, und nebenbei erfand Brian Eno mit Ambient einen ganzen Musikstil.

Ein "Schneider musikalischer Kleider"

Eno sei einer der bedeutendsten Vertreter der elektronischen Musik, Erfinder einer Musikrichtung und "Mastermind des Tonstudios", sagte ZKM-Leiter Peter Weibel. Eno nutze Töne wie Farben und schneidere als Produzent "musikalische Kleider". Eno lobte das Land Baden-Württemberg für dessen finanzielle Förderung der Kultur. In seiner Heimat regiere eher der freie Markt-Fundamentalismus. Unter diesen Bedingungen könnten er und Kollegen wie Pete Townshend oder John Lennon heute nicht mehr die Kunstschulen besuchen.

"Singen gehört zum Besten im Leben"

Brian Eno David Byrne Musik Musiker Künstler

Brian Eno mit David Byrne

"In England singe ich seit 16 Jahren in einer A-cappella-Gruppe", sagte Eno in Karlsruhe. "Wir geben keine Konzerte und machen keine Aufnahmen, es geht um den Spaß an der Sache. Wir singen Gospels, Country und Western- und Folksongs. Singen gehört zum Besten im Leben." Nach der Preisverleihung gab Pierre Henry, der "Vater des Technos", das Abschlusskonzert des Imatronic-Festivals. Der Giga-Hertz-Preis wird seit 2007 vom ZKM gemeinsam mit dem Freiburger Experimentalstudio des SWR verliehen. Er gilt als der bedeutendste und bestdotierte Preis für elektronische Musik. Frühere Preisträger sind renommierte Komponisten wie Pierre Boulez, Jonathan Harvey und John Chowning.

Neben dem Preis für Eno wurden noch drei Produktionspreise in Höhe von je 5000 Euro vergeben: an den brasilianischen Komponisten Giuliano Obici, die spanische Komponistin Lula Romero und an "Vinyl-Terror & -Horror", die dänischen Klangkünstlerinnen Camilla Sörensen und Greta Christensen.

nf/ml (dpa/zkm)