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Aktuell Amerika

Giftige Schlammlawine walzt Dorf nieder

Nach einem Dammbruch bei einem Erzbergwerk im Südosten Brasiliens haben die Erdmassen mindestens 17 Menschen in den Tod gerissen. Viele Einwohner der Ortschaft Bento Rodrigues werden noch vermisst.

Aus noch ungeklärter Ursache war im Bundesstaat Minas Gerais ein Teilstück des Staudamms Fundao geborsten, der von der Bergbaugesellschaft Samarco bei der Eisenerzgewinnung genutzt wird. Schlammassen mit giftigen Chemikalien ergossen sich nach Angaben des Chefs einer örtlichen Gewerkschaft, Ronaldo Bento, über zwei Kilometer in ein Tal.

40 Bewohner werden noch vermisst

Viele Gebäude des 600-Einwohner-Dorfes Bento Rodrigues, das zur Touristenstadt Mariana gehört, versanken bis zum Dach in rotem Schlamm, wie das Nachrichtenportal Estadão berichtete. Mehr als 70 Menschen wurden verletzt, etwa 40 Bewohner werden vermisst. Feuerwehrchef Adao Severino Junior erklärte, unter diesem giftigen Material könne keiner überleben. Einigen Einwohnern war es noch gelungen, sich auf die Dächer ihrer Häuser zu retten.

Gefahr weiterer Erdrutsche

Die Lage sei sehr ernst, es bestehe die Gefahr weiterer Erdrutsche, teilten die Behörden mit. Anwohner wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Regionen in Sicherheit zu bringen. Der Bergungsarbeiten in der Ortschaft 250 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro gestalten sich schwierig. Die Straßen in das betroffene Gebiet sind blockiert, Rettungseinsätze nur per Hubschrauber möglich.

Anwohner flüchten sich in höher gelegene Gebiete (Foto: Imago)

Anwohner flüchten sich in höher gelegene Gebiete

Samarco betreibt die längste Eisenerzpipeline in Brasilien. Das in der Grube Algeria bei Mariana abgebaute Erz wird in der Aufbereitungsanlage Germano für den Transport durch die 396 Kilometer lange Rohrleitung aufgeschlämmt. Das Ende der Eisenerzpipeline liegt im Tiefwasserhafen Ponta Ubu am Atlantischen Ozean.

se/uh (rtre, afp, dpa)