Giftig und wütend nach Berlin! | Sport | DW | 25.04.2017
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Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale

Giftig und wütend nach Berlin!

Diese Partie hätte das Zeug zum DFB-Pokal-Endspiel. Bayern will die Saison retten, für Borussia Dortmund hat das Halbfinale auch therapeutischen Nutzen. Es geht also um mehr als nur das Ticket nach Berlin.

Die Dortmunder haben wieder etwas zu lachen. In der Bundesliga-Tabelle stehen sie seit ihrem 3:2-Sieg am vergangenen Samstag bei Borussia Mönchengladbach auf Rang drei, dem direkten Qualifikationsplatz für die Champions League. Das ist genug Rückenwind an diesem Mittwoch, um im Pokal-Evergreen selbstbewusst gegen die Bayern anzutreten. Zumindest wähnt sich der BVB nahezu auf Augenhöhe mit dem Pokal-Rekordgewinner. Marco Reus sieht die Chancen bei 50 zu 50. "Wir haben dort vor zwei Jahren in einem Halbfinale auch schon gewonnen", sagt Dortmunds Angreifer. Und BVB-Trainer Thomas Tuchel hat die 1:4-Bundesliga-Pleite gegen Bayern vor gut zwei Wochen offenbar abgehakt. Seine Kampfansage Richtung München: "Jetzt wollen wir den Bayern ein Stück weit die Saison vermiesen."

Tuchel: "Bayern hat mehr zu verlieren"

Die Dortmunder wollen also der "Spielverderber" sein. Denn Bayern habe mehr zu verlieren als der BVB, so Tuchel. Nach dem bitteren Aus in der Champions League gegen Real Madrid sprechen die Münchner selbst davon, wie sehr die Saison vom Pokal abhängt. Wird sie nur "gut" oder doch "sehr gut". Tuchels Mannschaft hingegen könnte nach dem Sprengstoffanschlag auf den Teambusam 11. April einen weiteren Schritt machen, das Trauma zu verarbeiten. Weiter noch: Mit einem Sieg in München könnten die Dortmunder eine regelrechte Euphoriewelle auslösen.

Für den BVB wäre der Einzug ins DFB-Pokal-Finale die vierte Teilnahme an einem Endspiel in Folge. Damit wäre Borussia Dortmund das erste Team, das so eine Final-Serie hinlegt. Allerdings fällt neben Mario Götze, André Schürrle und Marc Bartra auch Nuri Sahin aus. Fraglich ist außerdem, ob Sokratis dabei ist. Der Abwehrchef klagt über Muskelprobleme.

"Jetzt erst recht, Bayern!"

Bei Bayern München geht unterdessen die Angst vor der nächsten Pleite um. Der Traum vom erneuten Triple unter Trainer Carlo Ancelotti ist geplatzt. Jetzt soll oder muss es für den deutschen Rekordmeister wenigstens zum Double reichen. "Jetzt erst recht, Bayern!", skandiert der Klub im aktuellen Vereinsmagazin. Immerhin: In der Bundesliga kann für den Spitzenreiter mit acht Punkten Vorsprung auf RB Leipzig kaum noch etwas anbrennen. Und in den Pokalduellen gegen Borussia Dortmund liegen die Bayern mit 3:2 Siegen knapp vorn.

Angeschlagen oder mit Wut im Bauch

Dass die Münchener aus der Champions League höchst unglücklich nach Verlängerung mit 2:4 gegen Real Madrid im Viertelfinale ausgeschieden sind, hat sie hart getroffen. In der Bundesliga kamen sie am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 nicht über ein 2:2 hinaus. Der frühere Nationaltorhüter Jens Lehmann glaubt aber nicht, dass die Mannschaft derart angeschlagen ist, dass es jetzt nicht zum Finale reicht. Im Gegenteil: Er erwartet einen giftigen Rekord-Cupgewinner und glaubt, dass die Bayern "mit Wut im Bauch antreten werden".

Giftig und wütend - das verspricht ein spannendes Halbfinale der beiden dominierenden deutschen Klubs der vergangenen Jahre. Zumal: "Jeder weiß, dass wir in jedem Wettbewerb bis zum Ende dabei sein wollen. Das heißt: Am Mittwoch gewinnen und ins Finale einziehen!", sagte Bayerns Kapitän Philipp Lahm kämpferisch. "Wer da keine Motivation hat, hat den Beruf verfehlt."

Alle Bayern-Spieler bis auf David Alaba und Manuel Neuer sind fit für den Klassiker gegen Dortmund und können Mittwochabend beweisen, dass sie den richtigen Beruf gewählt haben. Bereit sind sie allemal, so auch Trainer Carlo Ancelotti. "Wir wollen nach Berlin und müssen gewinnen. Dortmund ist eine gefährliche Mannschaft, wir müssen aufpassen."

Das Halbfinale im DFB-Pokal zwischen FC Bayern München und Borussia Dortmund (Anstoß 20:45 Uhr MESZ) können Sie in unserem DW-Liveticker ab 20:30 Uhr mitverfolgen. 

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