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Eier-Skandal

Gift-Verdacht: Aldi nimmt sämtliche Eier aus dem Verkauf

Im Skandal um giftbelastete Eier ziehen Aldi Süd und Aldi Nord die Reißleine. Der Discounter nimmt deutschlandweit alle Eier aus dem Handel. Die Unternehmensgruppe spricht von einer "reinen Vorsichtsmaßnahme".

Es könne weiter von keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgegangen werden, heißt es in der Mitteilung des Lebensmittel-Discounters weiter. Von sofort an dürften nur noch Eier an Aldi geliefert werden, für die ein Nachweis vorliegt, dass sie negativ auf das fipronilhaltige Anti-Läusemittel getestet sind. Die Unternehmen erklärten, das Vorgehen werde möglicherweise zu Engpässen bei der Versorgung mit Eiern führen. 

Sie begründeten ihr Vorgehen damit, dass sie "Klarheit und Transparenz" bei ihren Kunden herstellen wollten. Schon seit Anfang der Woche beziehe Aldi keine Eier mehr aus gesperrten niederländischen Betrieben. Zudem sind in den vergangenen Tagen in einzelnen Regionen Freiland-, Bodenhaltungs-
und Bio-Eier vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, wie es weiter heißt.  Kunden, die Eier bei Aldi gekauft haben, könnten diese ohne Vorlage des Kassenbons in allen Filialen zurückgeben, der Verkaufspreis werde vollständig erstattet. 

Aldi Mitarbeiter Videos Kundinnen (picture-alliance/dpa)

Aldi Süd und auch die Filialen im Norden beugen vor: Eier werden vorerst nicht verkauft

Der Lebensmittelhändler Edeka sieht bislang keinen Grund für einen Verkaufsstopp. Die Eier seiner Eigenmarken stammten ausschließlich aus Deutschland, teilte die Edeka-Zentrale in Hamburg mit. "Bislang liegen uns hier keine Nachweise von Fipronil vor." Auch Rewe will vorerst keine Eier aus dem Sortiment nehmen.

Aus den niederländischen Supermärkten sind nach Angaben des Handels alle mit dem Insektizid belasteten Eier entfernt worden. Am Donnerstag hatte die Lebensmittelkontrollbehörde NVWA die Liste aller Prüfnummern von belasteten Eier veröffentlicht. Danach bleiben die Betriebe von 138 Geflügelhaltern gesperrt. Das sind etwa 20 Prozent aller niederländischen Legebetriebe.

Auch in Belgien bleiben nach Angaben der Lebensmittelsicherheitsbehörde FASNK weiter Betriebe gesperrt. Zur Zahl wollten sich mit Verweis auf laufende Ermittlungen weder die Staatsanwaltschaft noch die Behörde äußern.

Eier-Vernichtung in den Niederlanden (picture-alliance/dpa/Huisman Media)

Im Auftrag der niederländischen Behörden werden eine Million Eier einer Geflügelfarm in Onstwedde vernichtet

"Nicht drei Millionen, sondern zehn Millionen Eier in Deutschland" 

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministers Christian Meyer (Grüne) sind weitaus mehr belastete Eier aus den Niederlanden in Deutschland verkauft worden als bislang bekannt. Nach neuesten Informationen handele es sich nicht um drei Millionen, sondern um zehn Millionen Eier, sagte Meyer im ZDF.

Den Höhepunkt dieses Gifteier-Skandals sieht Meyer noch nicht erreicht. Bislang gebe es aber keine Hinweise, dass auch von Hühnerfleisch eine Gesundheitsgefahr ausgeht, sagte er weiter. Aber auch das werde jetzt untersucht. Produkte, in denen Eier verarbeitet wurden, würden ebenfalls unter die Lupe genommen.

Am Donnerstagabend hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) in Berlin mitgeteilt, mittlerweile müsse man von zwölf betroffenen Bundesländern ausgehen. Eine Schlüsselrolle hätten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Lage sei "unter Kontrolle", es gebe aber noch keine Entwarnung. Vorerst nicht betroffen sind laut Bundesministerium die vier Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

se/ml (dpa, afp)

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