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Wirtschaft

Gibt ABN Amro auf?

Das seit Monaten andauernde Ringen um die größte Bankenfusion aller Zeiten geht in die nächste Runde: Die niederländische Bank ABN Amro hat den Kampf um eine Fusion mit der britischen Barclays Bank aufgegeben.

Das Logo der niederländische Großbank ABN Amro (Archivfoto vom 15.04.2007, Quelle: dpa)

Amro hat den Widerstand gegen die Royal Bank of Scotland aufgegeben

Die Führung der niederländischen Bank ABN Amro hat ihre Empfehlung für das milliardenschwere Angebot von Barclays zurückgezogen und damit dem rivalisierenden Konsortium um die Royal Bank of Scotland zu einem Teilerfolg verholfen. Mit ihrer Entscheidung, die am Montag (30.7.07) bekannt gegeben wurde, nehmen die Niederländer nun formell eine neutrale Haltung in Bezug auf die beiden Offerten ein.

Vortstandschef Rijkman Groenink (r). und Finanzvorstand Huibert Boumeester (Quelle: dpa)

Der Amro-Vorstand zieht seine Empfehlung zurück

Die britische Bank Barclays hatte erst vor kurzem das Angebot mit Hilfe Chinas und Singapurs auf etwa 66 Milliarden Euro aufgestockt und einen Bar-Anteil beigefügt. Die Gruppe um die Royal Bank of Scotland, die spanische Bank Santander und das belgisch-niederländische Institut Fortis bietet 71 Milliarden Euro. Sie will ABN im Gegenzug zu Barclays nach einer Übernahme aufspalten. Daher hatte der Vorstand bislang strikt an der geplanten Fusion mit Barclays festgehalten.

Keine Empfehlung mehr

Diese Position wurde nun verlassen: "Ungeachtet seiner Unterstützung für die strategischen Vorteile einer Kombination mit Barclays ist der Vorstand nicht in der Lage, den Anteilseignern von ABN Amro das Barclays-Angebot in finanzieller Hinsicht zu empfehlen", erklärte die Spitze der niederländischen Bank. Aus finanziellen Gründen könne das Fusionsangebot der Briten nicht mehr besser bewertet werden als das feindliche Übernahmeangebot des Konsortiums um die Royal Bank of Scotland, so Vorstandschef Rijkman Groenink. Er machte allerdings deutlich, dass er in einem Zusammenschluss mit Barclays weiterhin die richtige Lösung für ABN Amro sieht.

Logo der Royal Bank of Scotland (Quelle: AP)

Bekommt Rückenwind: Konkurrent RBS

Allerdings wollen die Briten im Rennen bleiben. "Wir sind sicher, dass unser erhöhtes Angebot den Wert, die Sicherheit und den Nutzen für alle Beteiligten liefert, was zu gegebener Zeit auch wieder zu einer Empfehlung führt", sagte Barclays-Chef John Varley. In einer ersten Reaktion nahm Barclays ihre bisher geltende Bedingung zurück, dass ihr Angebot nur mit einer Empfehlung des ABN-Amro-Vorstands gelte. Stattdessen macht Barclays diese Empfehlung jetzt nur noch zur Voraussetzung für das endgültige Zustandekommen der Fusion. Die Anteilseigner der niederländischen Bank bevorzugen jedoch mehrheitlich das höhere Angebot des Konsortium um die Royal Bank of Scotland. Es hat zudem den Vorteil, dass es größtenteils in bar bezahlt werden soll. Barclays bietet inzwischen zwar auch einen Baranteil an, vor allem aber eigene Aktien.

Finanzieller Druck wächst

Unter anderem im Zuge wachsenden Drucks von Hedgefonds war ABN zu Beginn des Jahres zum Übernahmeziel geworden. So sank der Netto-Gewinn im abgelaufenen Quartal um mehr als sieben Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. In den am Montag vorgelegten Zahlen sind auch Erlöse aus Verkäufen in Höhe von 208 Millionen Euro enthalten. Das Ergebnis lag jedoch über den Analystenerwartungen. Das operative Ergebnis stieg um knapp 13 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr gab sich Groenink zuversichtlich, die Gewinnziele zu erreichen. Petercam-Analyst Ton Gietman sprach von einem sehr ehrgeizigen Vorhaben. ABN-Aktien lagen etwa ein Prozent im Plus, Barclays- und RBS-Titel gaben dagegen leicht nach. (ina)

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