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Fußball

Gianluigi Buffon: Matthäus als Vorbild

Auf ihren Schlussmann kann sich die italienische Nationalmannschaft beim Unternehmen Titelverteidigung in Südafrika verlassen: Gianluigi Buffon ist einer der besten Torhüter der Welt.

Der italienische Torhüter Gianluigi Buffon (AP Photo/Alessandra Tarantino)

Der Startorhüter in Aktion - Gianluigi Buffon

Wer seine Homepage besucht, weiß gleich, aus welchem Holz Buffon geschnitzt ist. Düsteres Trommelgedonner empfängt einen da, gefolgt von einem Video mit ein paar klasse Paraden. Viermal ist der 32-Jährige schon zum Welttorhüter des Jahres gewählt worden - das hat noch kein anderer Schlussmann auf der Welt geschafft. Seine Ruhe, die Sicherheit auf der Linie und die Beweglichkeit, trotz seiner Größe von einem Meter und neunzig, machen ihn so stark. Dabei hat er als Kind noch im Mittelfeld gespielt. Doch dann sah er bei der WM 1990 in seinem Heimatland Italien als 12-Jähriger Kamerun spielen.

"Ich habe mich in die Mannschaft verliebt und vor allem in den Keeper Thomas N´Kono. Dann stand mein Entschluss fest: ich möchte auch zwischen die Pfosten," erzählt er.

Lothar Matthäus Foto: Peter Kneffel (zu dpa 0229 vom 12.04.2008) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Ein Vorbild für Buffon - Lothar Matthäus

So wurde Buffon Torwart und gab seinem Sohn später sogar denselben Vornamen wie N´Kono: Thomas. Neben dem Kameruner hat Buffon aber noch ein anderes Vorbild: Lothar Mattäus. In dessen Zeit bei Inter Mailand bewunderte der Torwart den deutschen Rekordnationalspieler. "Er besaß diese unglaubliche physische Stärke. Er war ein wirklicher Leader auf dem Platz. Inter Mailand war zu seiner Zeit ein Team, vor dem man Angst haben musste. Ich mochte seine Spielweise sehr."

Depressionen überwunden

Über physische Stärke verfügt Buffon inzwischen selbst. Das war aber nicht immer so. Zu Beginn seiner karriere litt er unter Depressionen und schrieb darüber später in seiner Autobiographie "Numero Uno". "Die meisten Menschen haben Angst, darüber zu reden oder darüber zu schreiben. Ich hatte keine Angst," sagt er. "Ich bin ein ganz normaler Mensch. Und als normaler Mensch möchte ich mein Leben auch mit meinen Schwächen und Stärken leben, ohne mich dafür schämen zu müssen. Das Leben ist nicht immer schön - so ist das eben."

Buffon (i. Hintergrund) bejubelt Iteliens WM-Gewinn 2006 (AP Photo/Michael Sohn)

Buffon (i. Hintergrund) bejubelt Italiens WM-Gewinn 2006

Bei seinem Verein Juventus Turin steht der in der norditalienischen Stadt Carrara geborene Buffon schon seit 2001, also seit neun Jahren, im Kasten. Für geschätzte 54 Millionen Euro wechselte er damals von Parma zu Juve und ist damit bis heute der teuerste Torhüter der Welt. Seinem Verein blieb er sogar treu, als der wegen des Manipulationsskandals 2006 in die zweite Liga absteigen musste. Obwohl Buffon kurz zuvor den größten Moment seiner Karriere erlebt hatte: den Gewinn der Weltmeisterschaft. "Das war ein Traum!," sagt Buffon in der Rückschau. Gerade einmal zwei Gegentore musste er während des Turniers in Deutschland hinnehmen und wurde zum besten Schlussmann der WM gewählt.

" Ich will einfach nicht verlieren"

Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab Buffon im Oktober 1997 in Russland. Im November 2009 bestritt er sein 100. Länderspiel für die Squadra Azzurra - es war gegen die Niederlande und endete passend 0:0. Wieder einmal hielt der Schlussmann seinen Kasten sauber. Das will er auch in Zukunft tun: "Ich möchte nie den Willen verlieren, besser zu werden. Wenn ich mich über ein Gegentor ärgere, zeigt mir das auch, das ich einfach nicht verlieren will. So muss es sein." Dieser Ehrgeiz wird Buffon auch bei der WM leiten. Und deswegen ist es keine Frage: Es wird auch in Südafrika verdammt schwer, gegen Italien ein Tor zu schießen.

Autor: Felix Hoffmann
Redaktion: Wolfgang van Kann

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