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Asien

Ghani: "Gut ausgebildete Sicherheitskräfte schaffen Stabilität"

Präsidentschaftskandidat Ashraf Ghani Ahmadzai setzt im Falle eines Wahlsiegs auf die Zusammenarbeit mit der Internationalen Gemeinschaft - und auf den Aufbau afghanischer Kräfte, die für Sicherheit sorgen.

Deutsche Welle: Wie würde sich Ihre Präsidentschaft von derjenigen Hamid Karsais unterscheiden?

Ashraf Ghani Ahmadzai: Sie würde sich in etlichen Punkten unterscheiden. Wir werden die Verfassungsgrundsätze umsetzen und dem Volk gegenüber dafür Verantwortung übernehmen. Wir wollen das Präsidentenamt zu einer politischen Entscheidungsinstanz ausweiten. Erziehung und Bildung sowie öffentliche Gesundheitsversorgung erhalten Priorität. 40 Prozent des Staatshaushalts sollen in die Provinzverwaltungen fließen, damit diese notwendige Reformen durchführen können. Außerdem sollen die Menschen stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden.

Wie ist Ihre Haltung zum bilateralen Sicherheitsabkommen (BSA) mit den USA?

Als Mitglied des Verhandlungsteams betrachte ich den Sicherheitsvertrag als Garant unserer nationalen Integrität. Denn erstmals wird damit den afghanischen Kräften die volle Sicherheitsverantwortung und die Kontrolle über den Luftraum zuerkannt - basierend auf einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates. Selbstverständlich werden wir Ziele wie Frieden, Sicherheit und nationale Integrität beibehalten.

Wie werden Sie mit den Taliban verfahren?

Unser Ziel ist ein dauerhafter Frieden. Wir müssen der "Kultur der Gewalt" ein Ende setzen. Die Taliban müssen klarstellen, warum sie Kinder und Frauen töten. Nur präzise Maßnahmen und Verhandlungen auf allen Ebenen führen zu einem dauerhaften Frieden.

Worin besteht die größte Herausforderung für Afghanistan? Ist es Sicherheit, Korruption oder Armut?

Alle Herausforderungen sind unmittelbar miteinander verbunden. Wir sehen eine intakte Regierung als Ausweg aus diesem Teufelskreis und wollen eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens schaffen.

Wie wollen Sie diese Probleme konkret anpacken?

Wir setzen auf gut trainierte und ausgebildete Sicherheitskräfte. Der Gedanke, dass alle, auch Mitglieder armer Familien, Karriere in der Armee machen können, wird Vertrauen schaffen zwischen den Menschen und den Sicherheitskräften. Das wird zu mehr Stabilität führen. Dieser Weg zur Stabilität sollte mit der Bekämpfung der Armut einher gehen. Denn Armut schafft alle möglichen Probleme.

Wie wollen Sie bewerkstelligen, dass die afghanische Volkswirtschaft auf eigenen Füßen stehen kann?

Wir wollen vor allem die landwirtschaftliche Produktion fördern. Mindestens zwei Millionen Hektar Land sollen in Ackerland umgewandelt werden. Dies wird Arbeitsplätze für 10 Millionen Menschen schaffen. Der Industrialisierungsprozess muss vorangetrieben werden, vor allem in der Landwirtschaft und im Bergbau. Auch im Bereich der Informationstechnologie gibt es ein beachtliches Entwicklungspotential. Außerdem wollen wir den Transportsektor ausbauen, denn Afghanistan gilt aufgrund seiner geographischen Lage als Knotenpunkt in Asien.

Zur Außenpolitik: Wie wollen Sie Interessenkonflikte mit den Nachbarn Afghanistans vermeiden?

Unsere Außenpolitik orientiert sich in verschiedene Richtungen: zu unseren Nachbarn, dem Westen, der NATO sowie Japan, der islamischen Welt und den internationalen Geberorganisationen. Die Kooperation in alle Richtungen muss sich in einem harmonischen Zusammenhang entwickeln.

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