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Aktuell Asien

Ghani bei afghanischer Präsidentenwahl klar vorn

Das vorläufige Auszählungsergebnis der Präsidentenwahl in Afghanistan sieht den ehemaligen Finanzminister Ghani als Sieger. Wie die Wahlkommission bekannt gab, liegt Ghani mit rund 56 Prozent der Stimmen in Führung.

Bei der Stichwahl um das afghanische Präsidentenamt waren am 14. Juni der frühere Außenminister Abdullah Abdullah und der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani gegeneinander angetreten. Das jetzt vorgelegte vorläufige Auszählungsergebnis mit 56 Prozent der Stimmen für Ghani ist durchaus eine Überraschung. Abdullah war als Favorit in die Abstimmung gegangen, nachdem er in der ersten Wahlrunde mit deutlichem Vorsprung vor den anderen Kandidaten auf Platz eins gelandet war. Das vorläufige Wahlergebnis sieht Abdullah bei etwa 44 Prozent der Stimmen.

Allerdings gestand die Wahlkommission in Kabul zugleich Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung ein und erklärte, nach der Prüfung aller Beschwerden sei "eine Änderung des Ergebnisses möglich". Tausende Wahlurnen sollen neu ausgezählt werden. Wahlkommissionschef Ahmad Jusuf Nuristani stelle denn auch klar: "Das vorläufige Ergebnis ist also unter keinen Umständen die Verkündung des Wahlsiegers."

Laut Wahlkommission gaben bei der Stichwahl um das Präsidentenamt mehr als acht Millionen Afghanen ihre Stimme ab. Das waren deutlich mehr als bei der ersten Runde, als rund sechs Millionen Menschen zur Wahl gingen. Das amtliche Endergebnis der Präsidentenwahl soll Ende Juli verkündet werden.

Abdullah will sich nicht geschlagen geben

Ein Sprecher Abdullahs sagte dem Sender Tolo TV, das von der Wahlkommission verkündete Ergebnis sei nicht akzeptabel. Abdullah hatte der Kommission Manipulationen zugunsten Ghanis vorgeworfen und damit gedroht, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Nach Ghanis Ansicht verlief die Abstimmung hingegen fair. Nach der Stichwahl hatten beide Kandidaten den Wahlsieg für sich reklamiert.

Führung für den weltläufigen Kandidaten

Der 1949 geborene Ashraf Ghani stammt aus einer einflussreichen Familie. Nach seinem Studium im Ausland blieb er über zwei Jahrzehnte im Exil. Er machte einen Doktor in Anthropologie in den USA, arbeitete für die Weltbank und für die Vereinten Nationen. Ghanis Rückkehr 2002 war nach eigenen Angaben eine bewusste Entscheidung, um beim Wiederaufbau in seiner Heimat zu helfen. Ghani wurde Finanzminister, Kanzler der Universität Kabul und ein enger Berater des scheidenden Präsidenten Hamid Karsai.

qu/rb (dpa, afp, rtre)