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Porträts Lehrerverbände

Ghana Association of Teachers of German (GATG)

Der Deutschlehrerverband Ghana organisiert jedes Jahr ein großes Kulturfestival mit rund 500 Teilnehmern, die aus dem ganzen Land kommen. Das ist alljährlich eine Menge Arbeit für den kleinen Verband.

Hayford Amedji-dela Anyidoho liebt die deutsche Sprache. Er reist mindestens einmal im Jahr nach Deutschland und fühlt sich besonders in München sehr wohl. Er ist seit 2006 Mitglied im Ghanaischen Deutschlehrerverband, seit 2009 ist er aktiv im Vorstand tätig. Er kümmert sich dort um die Organisation von Verbandsaktivitäten und ist Ansprechpartner für Außenangelegenheiten. Er unterrichtet am Goethe-Institut Accra.

Deutsche Welle: Herr Amedji-dela Anyidoho, Sie haben keine verwandtschaftlichen Beziehungen nach Deutschland, wie sind Sie zum Deutschlernen und -sprechen gekommen?

Hayford Amedji-dela Anyidoho: An meiner Schule musste man zwischen Deutsch oder Spanisch wählen als Fremdsprache, ich bin in Togo zur Schule gegangen. Da habe ich zuerst mit Spanisch angefangen, habe dann aber gewechselt und meine Liebe für Deutsch entdeckt. Viele Gründe sprechen dafür. Zum einen fanden die meisten Mitschüler Deutsch am schwierigsten, und ich wollte damals als kleiner Schüler immer große Herausforderungen. Ich habe dann entschieden, okay, ich will eine schwierige Sprache erlernen, sodass ich in der Zukunft Achtung genieße, wenn ich diese Sprache meistere und richtig sprechen kann.

Einmal im Jahr fahren Sie auch nach Deutschland, für Fortbildungen und Ähnliches. Wie wichtig ist Ihnen dieser jährliche Deutschlandbesuch?

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Hören Sie rein: Hayford Amedji-dela Anyidoho erzählt, was ihm am Deutschunterrichten besonders gefällt

Das ist mir sehr wichtig, zumal ich dadurch auch die Gelegenheit habe, mein Deutsch auf den neuesten Stand zu bringen, was die neuesten Formen oder die neusten Wortbildungen in der Jugendsprache beispielsweise betrifft. Und andererseits ist es mir auch wichtig, dass ich in der Landeskunde einiges an Wissen dazu erwerbe. Deswegen spielt es für mich eine wichtige Rolle, jedes Jahr Deutschland zu besuchen.

Sie sind ein kleiner Deutschlehrerverband, wie sieht die konkrete Verbandsarbeit bei Ihnen in Ghana aus?

Wir sind ein kleiner Verband mit großen Ambitionen, für die wir versuchen, den angemessenen Rahmen zu finden. Aktuell besteht in Ghana ein Zuwachs an Deutschlernenden, was auf viele Faktoren zurückzuführen ist. Aber uns quält die Zahl der aktiven Mitglieder im hiesigen Deutschlehrerverband, was daran liegt, dass sich angehende Deutschlehrkräfte nur alle Jubeljahre finden lassen.

Wir haben in Ghana keine Germanistikabteilung an den Universitäten. Es gibt seit drei Jahren eine kleine deutsche Abteilung in einer pädagogischen Hochschule hier. In dieser Abteilung werden für gewöhnlich französisch- oder anderssprachige Lehrer ausgebildet. Die Idee ist nun, dass diese Lehrer auch Deutsch als zweite Fremdsprache unterrichten sollten.

Da legen wir große Hoffnung an den Tag. Denn außer dieser Uni gibt es nur noch Deutschclubs, die ein paar Kollegen von mir und ich selber gegründet haben, wo etwas Deutschunterricht angeboten wird. Das ist aktuell unsere größte Herausforderung.

Gibt es eine Veranstaltung im Verband, die Ihnen besonders wichtig ist?

Ghana Der Vorstand des ghanaischen Deutschlehrerverbands

Der Vorstand des GATG: (von links) Desmond Nii Adjiri Hansen-Sackey, Hagar Tennyson, Kossi Semeglo Semefio, Komi Dziffa Mikado, Hayford Amedji-dela Anyidoho

Ja, sehr wichtig ist uns unser alljährliches Kulturfestival für die deutsche Sprache. Das ist die Veranstaltung, an der landesweit rund 500 Deutschlernende und Deutschlehrende teilnehmen. Das findet jedes Jahr im März oder im Mai im Goetheinstitut statt, und es ist eine Initiative des Deutschlehrerverbandes zusammen mit dem DAAD und dem Goethe-Institut.

Außerdem gibt es den Tag der deutschen Sprache, den ich selber als Leiter des Vereins deutscher Sprache hier mit ein paar Kollegen vom Deutschlehrerverband organisiere. Wir besuchen Schulen und veranstalten Aktivitäten, um die Lernenden zum Deutschlernen zu motivieren.

Und in Ihrem Deutschunterricht, benutzen Sie da auch Angebote der DW-Sprachkurse?

Ja,

Jojo

gefällt den Schülern total. Ich zeige es immer 15 bis 20 Minuten vor Ende des Unterrichts. Wenn ich mal vergesse, den Film zu zeigen, dann erinnern mich die Kursteilnehmer immer daran, dass wir heute noch Jojo anschauen müssen.


Die wichtigsten Infos in Kürze:
Der

Deutschlehrerverband in Ghana

(Ghana Association of Teachers of German, GATG) wurde 1990 gegründet und hat 33 Mitglieder.

Der Vorstand:
• Desmond Nii Adjiri Hansen-Sackey (Vorsitzender)
• Hagar Tennyson (stellvertretende Vorsitzende)
• Kossi Semeglo Semefio (Schriftführer)
• Komi Dziffa Mikado (Schatzmeister)
• Hayford Amedji-dela Anyidoho (Beauftragter für Organisation und Außenangelegenheiten)

IDV-Kontaktperson: Hayford Amedji-dela Anyidoho; delanelk [at] yahoo.fr

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