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Wirtschaft

Gewinnmitnahmen und neue Bilanzsorgen

Die deutschen Aktien haben am Montag überwiegend im Minus geschlossen. Der Deutsche Aktienindex DAX sank um 0,9 Prozent auf 4442 Punkte. Am Neuen Markt verlor der Nemax-50-Index 1,2 Prozent auf 580 Zähler.

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Babcock Borsig:
Nicht sanierungsfähig?

Händler führten die Verluste vor allem auf Gewinnmitnahmen nach der Kursrallye vom vergangenen Freitag zurück. So standen am Montag vor allem jene Werte unter Druck, die am Freitag überdurchschnittlich zugelegt hatten. Papiere des Softwarehauses SAP und des Bauteile-Herstellers Epcos verloren jeweils rund zwei Prozent. Größter Verlierer war Fresenius mit einem Abschlag von fast fünf Prozent.

Belastet wurde der Markt außerdem von neuen Sorgen um Bilanzunregelmäßigkeiten in den USA, hieß es an der Börse.

Der amerikanische Pharmakonzern Merck soll in den vergangenen drei Jahren über 12 Milliarden Dollar als Umsätze verbucht haben, obwohl die Gelder nie eingenommen wurden. Dies berichtete die Zeitung "Wall Street Journal". Merck habe die Zuzahlungen von Patienten für Medikamente als Einnahmen für die Tochterfirma Medco gewertet. Tatsächlich habe Medco die Zuzahlungen aber nie erhalten, sie blieben vielmehr in voller Höhe bei den Apotheken. Merck erklärte dem Wall Street Journal, diese Buchungspraxis entspreche dem allgemein akzeptierten Standard. Die Zuzahlungen würden auch als Ausgaben verbucht, weshalb sie keinerlei Auswirkungen auf das Nettoergebnis hätten.

Zu Panikverkäufen wie nach dem WorlCom-Skandal kam es nach Bekanntwerden der Nachricht nicht. Allerdings wertete ein Händler den Vorfall als "psychologische Belastung".

Die neuen Bilanzsorgen wirkten sich auch auf den Kurs des deutschen Finanzdienstleisters MLP aus. Dessen Aktien verloren rund vier Prozent. Bei MLP war in Medienberichten zuletzt die Korrektheit der Bilanzen angezweifelt worden. MLP hatte die Anschuldigungen jedoch stets heftig dementiert und vor Gericht gegen ein Magazin eine einstweilige Verfügungen erwirkt.

Die Aktien von Babcock Borsig verloren die Hälfte ihres Wertes und kosten nun weniger als 90 Cent. Das Unternehmen hatte am Nachmittag offiziell mitgeteilt, dass die Sanierungsverhandlungen gescheitert seien und der Insolvenzantrag bestehen bleibe. Zuvor hatte ein Vorstandsmitglied der Commerzbank, Wolfgang Hartmann, gesagt, Babcock sei "weder sanierungsfähig noch -würdig". Die Commerzbank ist eine der vier Gläubigerbanken, die sich gegen den Sanierungsversuch sperren und weitere Kredite für das Unternehmen ablehnen.

Am Rentenmarkt stieg der Index REX um 0,06 Prozent auf 112,49 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,2 Prozent auf 107,11 Punkte. Die Umlaufrendite wurde bei 4,82 Prozent festgestellt, einen Basispunkt niedriger als am Freitag.

Die Schlusskurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

adidas-Salomon 83,00 (+ 0,40)

Allianz 206,99 (- 0,85)

BASF 47,65 (- 0,05)

Bayer 32,95 (- 0,32)

HypoVereinsbank 33,45 (+ 0,28)

BMW 42,50 (+ 0,13)

Commerzbank 15,37 ( unv. )

DaimlerChrysler 47,80 (- 0,85)

Degussa 37,04 (+ 0,28)

Deutsche Bank 73,00 (+ 0,50)

Deutsche Post 13,32 (- 0,23)

Deutsche Telekom 10,60 (- 0,20)

E.ON AG 58,50 (- 1,30)

EPCOS 31,66 (- 0,81)

Fresenius Med. Care 50,55 (- 2,64)

Henkel 71,31 (- 1,19)

Infineon Techno 16,85 ( unv. )

Linde 52,90 (+ 0,55)

Lufthansa 14,23 (- 0,11)

MAN 22,40 (+ 0,15)

Metro 30,44 (+ 0,09)

MLP 30,85 (- 1,15)

Münchener Rück 246,50 (- 6,49)

TUI AG 24,45 (+ 0,30)

RWE 40,40 (+ 0,08)

SAP 95,20 (- 1,80)

Schering 63,88 (- 0,47)

Siemens 62,50 (- 0,50)

ThyssenKrupp 14,90 (- 0,27)

VW 45,68 (- 1,12)

Die Referenzkurse der Europäischen Zentralbank (EZB). Ein Euro kostet:

0,9828 US-Dollar,

116,80 japanische Yen,

0,6422 britische Pfund.

  • Datum 08.07.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2TEl
  • Datum 08.07.2002
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