1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Gewinne an den Aktienbörsen - Münchener Rück enttäuscht

Im Zuge nachgebender US-Börsen rutschte der deutsche Aktienindex DAX am Freitag zwischenzeitlich ins Minus, konnte sich dann aber wieder erholen.

default

Zentrale der Münchener Rückversicherung

Am Ende blieben 5366 Punkte, ein leichtes Plus von 0,3 Prozent. Am Neuen Markt stieg der NEMAX 50 um 1,5 Prozent auf 1034 Zähler.

Das Handelsvolumen blieb insgesamt gering. Ein Händler sagte, es sei "absolut ruhig". Kurz vor dem Wochenende investiere kaum noch jemand. Er fügte hinzu: "Viele Fonds-Gesellschaften sitzen noch immer auf ihrem Geld. Solange die nicht einsteigen, wird der Handel schleppend bleiben".

Ein Wermutstropfen waren die Geschäftzahlen der Münchener Rückversicherung. Wegen der Milliardenschäden durch die Anschläge vom 11. September brach der Konzerngewinn im vergangenen Jahr um 1,5 Milliarden Euro auf 250 Millionen Euro ein. Dies war ein stärkerer Rückgang, als Analysten erwartet hatten. Gleichzeitig begrüßten die Börsianer die Prognose für 2002. Der weltgrößte Rückversicherer will
im laufenden Geschäftsjahr ein Rekordergebnis hinlegen. Mit einem Verlust von fast vier Prozent war die Aktie von Münchener Rück schwächster DAX-Wert.

Dies wirkte sich auch auf einen anderen Versicherungswert aus: Aktien der Allianz verbilligten sich um über zwei Prozent.

Gestützt wurde der DAX durch die Nachfrage nach Papieren der Deutschen Telekom, die um rund zwei Prozent anzogen. Auf positive Resonanz stieß Händlern zufolge ein Pressebericht über den baldigen Verkauf der Immobilien-Tochter an eine Londoner Firma. Der Preis liege bei 150 Millionen Euro, hieß es im Bericht.

Die Aktien des Baukonzerns Holzmann verloren ein Drittel ihres Wertes und kosten jetzt noch 2,62 Euro. Der Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann hat als Insolvenzverwalter beim Baukonzern seine Arbeit aufgenommen und will offenbar um das Überleben des Baukonzern kämpfen. Gleichzeitig kündigten andere Baukonzern ihr Interesse an profitablen Tochterunternehmen von Holzmann an, den sogenannten
Filetstücken an.

Nach Einschätzungen vieler Händler wird die Holzmann-Pleite die Bankengewinne kaum belasten, denn die Institute haben ihre Kredite und Holzmann-Kapitalanteile offenbar schon weitgehend abgeschrieben haben. Der Finanzvorstand der HypoVereinsbank, Wolfgang Sprißler, hatte bei einer Analystenkonferenz bereits durchblicken lassen, dass die Holzmann-Insolvenz so gut wie keine Auswirkungen auf den Gewinn seiner Bank haben werde. Während sich die Deutsche Bank nicht dazu äußern wollte, wie ihre Kredite und Holzmann-Aktien in der Bilanz angesetzt sind, gab die Commerzbank Entwarnung: "Wir haben unsere Kredite im Volumen von knapp 150 Millionen Euro weitgehend
wertberichtigt", sagte ein Commerzbank-Sprecher.

Analysten der WestLB stuften am Freitag (22.3) die Aktien des deutschen Energiekonzerns RWE herunter. Am Morgen hatte RWE bestätigt, den britischen Strom- und Gasversorger Innogy übernehmen zu wollen. Die WestLB bezeichnete den von RWE gebotenen Übernahmepreis von 5,2 Milliarden Pfund als "teuer". Zudem seien die Energiepreise in Großbritannien wegen des vollständig liberalisierten Energiemarktes sehr niedrig. RWE-Aktien verloren knapp ein Prozent.

Der Rentenindex REX gewann 0,03 Prozent auf 111,00 Punkte. Der Bund-Future fiel 0,5 Prozent auf 104,63 Zähler. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite unverändert bei 5,11 Prozent fest.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

Adidas-Salomon 81,22 1,22
Allianz 271,00 -6,70
BASF 47,20 0,45
Bayer 39,13 -0,42
Bay. HypoVereinsbank 40,60 1,22
BMW 47,05 -0,36
Commerzbank 20,70 -0,28
DaimlerChrysler 53,70 1,25
Degussa 36,57 0,27
Deutsche Bank 72,90 1,10
Deutsche Post 17,38 0,61
Deutsche Telekom 17,10 0,30
E.ON 56,22 -0,28
Epcos 51,95 0,25
Fresenius Medical Care 70,30 1,30
Henkel 71,12 0,48
Infineon Technologies 25,09 -0,04
Linde 56,44 -0,12
Lufthansa 18,14 -0,04
MAN 28,15 -0,35
Metro 38,72 -0,38
MLP 76,40 1,86
Münchener Rück 282,88 -11,02
Preussag 34,05 -0,20
RWE 42,65 -0,28
SAP 169,45 1,45
Schering 67,20 0,98
Siemens 74,85 1,60
ThyssenKrupp 18,07 0,07
VW 62,15 1,16

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Der Euro kostet:
0,8795 US-Dollar
116,76 jap. Yen
0,6169 brit. Pfund

  • Datum 22.03.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/21XF
  • Datum 22.03.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/21XF