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Afrika

Gewerkschaften in Nigeria rufen zu Generalstreik auf

Ab Mittwoch könnte Nigeria stillstehen. Die größten Gewerkschaften haben zu einem landesweiten Streik aufgerufen, weil die Regierung Benzin nicht mehr subventioniert. Viele Menschen sind aber von den Zuschüssen abhängig.

Die beiden wichtigsten nigerianischen Gewerkschaften haben zu einem kompletten Ausstand aufgerufen, sollte die Regierung die Benzinpreiserhöhung nicht rückgängig machen. Als Frist setzen sie Mitternacht in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Der Streik wird nach ihren Angaben unbefristet sein.

Das ganze Land lahmlegen

Die Gewerkschaften sagten, Betriebe würden genauso wie Banken, Flughäfen, Schiffshäfen, Märkte und Behörden betroffen sein. Der Nigeria Labour Congress und der Trade Union Congress sprechen für Millionen von Arbeitern im öffentlichen und privaten Bereich.

Mitte der Woche hatte die Regierung angekündigt, Subventionen für Benzin abzuschaffen, und hatte zugleich den Literpreis für Benzin um mehr als zwei Drittel angehoben.

Benzin fast ausschließlich als Import

Obwohl Nigeria das rohölreichste Land Afrikas ist, importiert es fast den kompletten Bedarf an Benzin, weil Raffinerien über Jahre vernachlässigt wurden. Die Kapazität der vier funktionierenden Anlagen reicht nicht aus. Bisher hat die Regierung die Benzinimporte stark subventioniert, doch nun fehlt das Geld dafür.

Das westafrikanische Land kämpft momentan mit der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. 70 Prozent der Einnahmen des Landes stammen aus dem Ölsektor. Der Absturz des weltweiten Ölpreises belastet das Land seit Mitte 2014 und schwächt die Währung Naira.

Autos in einer langen Schlange (Foto: picture alliance)

Schon seit Wochen ist Benzin in Nigeria Mangelware. Das heißt Warten in kilometerlangen Schlangen oder Schwarzmarkt

Viele Nigerianer sind aber auf Benzin angewiesen, um mobil zu sein, und um damit Strom zu produzieren. Die Preise anzuheben ist auch deswegen heikel, weil viele Menschen die Subventionen als den einzigen Vorteil sehen, den sie vom Ölreichtum des Landes haben.

Schon 2012 hatte die Regierung versucht, die Subventionen auszusetzen, was dazu führte, dass sich die Benzinpreise über Nacht verdoppelten. In Reaktion auf weitreichende Streiks und Proteste machte die Regierung das zum Teil rückgängig.

ust/kle (AFP/rtr)

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