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Politik

Gewaltsame Proteste bei Wiedereröffnung der Roten Moschee

Rund zwei Wochen nach den blutigen Gefechten um die Rote Moschee in Islamabad ist deren Wiedereröffnung von Kämpfen und einem Bombenanschlag überschattet worden.

Koranschüler streichen die Rote Moschee wieder rot an

Koranschüler streichen die Rote Moschee wieder rot an

Hunderte Koranschüler besetzten am Freitag (27.7.) die Rote Moschee und hinderten einen von der Regierung ernannten Geistlichen daran, mit den Gebeten zu beginnen. Einige kletterten auf das Dach des Gebäudes oder malten die Mauern wieder rot an, die die Regierung pfirsichfarben hatte streichen lassen. Neben der Freilassung des islamistischen Predigers Abdul Aziz wurde der Rücktritt von Präsident Pervez Musharraf gefordert. "Musharraf ist ein Hund", riefen die Studenten.

Auf einer Straße vor dem Gotteshaus schleuderten Demonstranten Steine auf die Sondereinsatzkräfte und einen Panzerwagen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge aufzulösen. Die meisten Studenten flüchteten sich zurück auf das Moschee-Gelände. Die Sicherheitskräfte griffen nicht ein und setzten auf eine Beruhigung der Lage.

Selbstmordattentat

Bei einem Bombenanschlag kamen mindestens elf Menschen ums Leben

Ein Selbstmordattentäter riss mindestens elf Menschen mit in den Tod

Bei einem Anschlag in der Nähe der Roten Moschee hat ein Selbstmordattentäter mindestens elf Menschen mit in den Tod gerissen und Dutzende verletzt. Rettungskräfte und Augenzeugen sagten, zu dem Anschlag sei es auf einem belebten Markt in der pakistanischen Hauptstadt gekommen. Unter den Toten seien auch sieben Polizisten, sagte ein Vertreter des Innenministeriums. Ein Augenzeuge berichtete, ein Mann sei auf die Beamten zugegangen, die dort aßen. Dann sei die Detonation erfolgt.

Die pakistanischen Sicherheitskräfte hatten die Rote Moschee am 10. Juli nach tagelangem Nervenkrieg mit den dort verschanzten islamischen Extremisten gestürmt. Dabei kamen mehr als 100 Menschen ums Leben. Unter den Toten war auch der Bruder von Abdul Aziz, Abdul Rashid Ghazi, der in Pakistan ein islamisches Regime nach dem Vorbild der in Afghanistan gestürzten Taliban errichten wollte. Der Einfluss extremistischer Kräfte in Pakistan, das über Atomwaffen verfügt, löst auch international Besorgnis aus.

Musharraf: Keine ausländischen Truppen

Im Norden des Landes, wo die Angriffe und Anschläge von Extremisten seit dem Sturm auf die Moschee zugenommen haben, wurde am Freitag ein Sprecher der Provinzregierung von Baluchistan ermordet. Raziq Bugti sei in seinem Wagen in Quetta erschossen worden, teilte die Polizei mit.

Präsident Pervez Musharraf wies unterdessen Spekulationen über einen Militäreinsatz der US-Streitkräfte auf pakistanischem Gebiet entschieden zurück. "Auf pakistanischem Gebiet werden ausschließlich pakistanische Truppen eingesetzt", erklärte Musharraf vor Journalisten in Islamabad. Die USA hatten sich angesichts der Unruhen in Pakistan einen Angriff auf dem Gebiet ihres Verbündeten offen gehalten. Die Stammesgebiete an der afghanischen Grenze gelten als Unterschlupf bewaffneter islamischer Fundamentalisten. (wga)

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