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Deutschland

Gewaltrituale bei der Bundeswehr

Wegen zweifelhafter Aufnahmerituale in einer Bundeswehr-Kaserne in Baden-Württemberg wird gegen mehrere Soldaten ermittelt. Verteidigungsministerin von der Leyen verurteilte die Vorfälle scharf.

Nach Angaben des  Bundesverteidigungsministeriums handelt es sich um sieben Personen. Es geht um den Verdacht auf Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Gewaltdarstellung und Nötigung. In einer Mitteilung des Heeres heißt es, in dem Ausbildungszentrum für Elitesoldaten in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf gab es Verstöße gegen das "Gebot zur Achtung der Würde des Menschen, der sexuellen Selbstbestimmung und des Schamgefühls". Es gebe zudem Hinweise auf Mobbing. Außerdem seien im Zuge sogenannter "Aufnahmerituale" Soldaten misshandelt worden. 

Vorgesetzte seien nach derzeitigem Stand der Ermittlungen an den Geschehnissen nicht beteiligt gewesen, hieß es weiter. Die eindeutig identifizierten Täter würden fristlos aus der Bundeswehr entlassen, die ersten Schritte dazu seien bereits eingeleitet. Zudem sei die Staatsanwaltschaft Hechingen eingeschaltet worden. 

Deutschland | Staufer-Kaserne in Pfullendorf (picture-alliance/dpa/T. Warnack)

In der Staufer-Kaserne in Pfullendorf sollen Soldaten misshandelt worden sein

Es habe auch Versetzungen innerhalb und jenseits des Ausbildungszentrums gegeben, so eine Sprecherin des Ausbildungskommandos. Im vergangenen halben Jahr seien verschiedene Vorfälle bekannt geworden. Es gebe sowohl bei den Mannschaftsdienstsoldaten als auch bei der Sanitätsausbildung Untersuchungen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte: "Die Vorgänge in Pfullendorf sind abstoßend und sie sind widerwärtig." Am Rande einer Parteiveranstaltung in Hessen fügte sie hinzu, die Vorgänge seien auch beschämend für alle Soldaten, die respektvoll mit ihren Kameraden umgingen, und die das Ansehen der Truppe hochhielten.

In der Staufer-Kaserne in Pfullendorf befindet sich ein Ausbildungszentrum, in dem nationale und internationale Spezialkräfte trainiert werden. Nach Angaben der Bundeswehr werden in dem Zentrum unter anderem Lehrgänge für Scharfschützen sowie für das Führungspersonal von Spezialkräften angeboten. Zudem werden die Soldaten etwa im Nahkampf und im Gefechtsdrillschießen trainiert oder auf das Überleben und Verhalten in Gefangenschaft oder in isolierter Lage vorbereitet. Auch im Bereich "Combat First Responder", also Sanitäter für die Erstversorgung von Verwundeten, gibt es einen Lehrgang.

uh/chr (dpa, afp)