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Aktuell Nahost

Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern eskaliert

Der Schlagabtausch zwischen Israel und den radikalen Palästinensern wird immer heftiger: Im Nahen Osten wächst die Sorge vor einem neuen Krieg im Gazastreifen. Gibt es noch Hoffnung auf eine Waffenruhe?

Bei der israelischen Offensive gegen Extremisten im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben mindestens 25 Menschen getötet worden. Etwa 130 seien verletzt worden, berichteten Sanitäter und Sicherheitsleute in der Nacht zum Mittwoch. Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss Israels fort. Die Angriffe wurden sogar auf die israelischen Großstädte Tel Aviv und Jerusalem ausgeweitet. Nach Angaben der israelischen Armee schlug auch in der Küstenstadt Chadera nördlich von Tel Aviv eine Rakete ein. Die Stadt liegt 117 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen, sagte eine Armeessprecherin.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte als Reaktion auf den eskalierten Nahost-Konflikt für diesen Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an. Das berichtete der israelische Rundfunk. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hieß es weiter. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage im Nahen Osten abzuhalten, schrieb die israelische Zeitung "Haaretz".

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Medien in der Nacht zum Mittwoch mindestens sechs Menschen in einem Haus getötet worden. Der Schlag habe sich gegen ein führendes Mitglied des militärischen Arms des Islamischen Dschihad gerichtet. Der Mann und mehrere Familienmitglieder seien getötet worden, berichtete "Haaretz" online.

Israelische Armee mobilisiert Reservisten

Auslöser der jüngsten Runde der Gewalt waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Teenagern am 12. Juni sowie der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen in der vergangenen Woche. Israel ist seit der Entführung massiv gegen die Infrastruktur der Hamas im Westjordanland vorgegangen und hat Hunderte Mitglieder der Organisation festgenommen.

Nach Angaben des israelischen Militärsprechers Arye Shalicar hat die Armee die Mobilisierung von bis zu 40.000 Reservesoldaten bewilligt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, "die Samthandschuhe auszuziehen". Israel will mit der Operation "Zuk Eitan" (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Ortschaften unterbinden. Seit Beginn der Offensive hat die israelische Armee nach Angaben eines Sprechers mehr als 270 "Terrorziele" im Gazastreifen angegriffen.

Die EU reagierte extrem beunruhigt auf die eskalierende Gewalt in Nahost. "Wir verfolgen die sich rasch verschlechternde Lage im Süden Israels und im Gazastreifen mit schwerer Besorgnis", erklärte ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in einer in Brüssel veröffentlichten Mitteilung. "Die EU verurteilt das willkürliche Feuer auf Israel durch militante Gruppen im Gazastreifen scharf." Doch auch die wachsende Anzahl ziviler Opfer, insbesondere Kinder, durch israelisches Gegenfeuer verurteile die EU. Alle Seiten müssten "äußerste Zurückhaltung" walten lassen und alles an eine sofortige Waffenruhe setzen.

re/mak (afp, dpa, rtr)