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Politik

Gewalt und Gegengewalt in Nahost

Nach dem blutigen Anschlag auf einen israelischen Grenzübergang am Gazastreifen hat Israels Regierungschef Ariel Scharon den Kontakt zu den Palästinensern vorerst abgebrochen.

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Vorübergehend kein Zugang nach Israel


Palästinensische Selbstmordattentäter haben kurz vor der Vereidigung des neuen Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas die Friedenshoffnungen im Nahen Osten schwer erschüttert: Am Donnerstagabend zündeten sie eine große Bombe am Grenzübergang Karni. Die Bombe war an einer Tür befestigt.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat inzwischen jeglichen Kontakt zu den Palästinensern auf Eis gelegt, so lange diese nichts gegen den "Terrorismus" unternähmen, sagte der Berater des Ministerpräsidenten, Assaf Schariv, der Nachrichtenagentur AFP. Ein Treffen mit Abbas käme derzeit nicht in Frage. "Die Zeit der Gnade, die wir mit Abbas vereinbart hatten, ist vorüber", fügte Schariv hinzu.

Das israelische Fernsehen berichtete zudem, die Armee wolle wieder Einsätze zur gezielten Tötung von radikalen Palästinensern aufnehmen. Scharon habe der Armee grünes Licht für eine groß angelegte Offensive gegen radikale Palästinensergruppen im Gazastreifen gegeben, hieß es in einem TV-Bericht.

Gewaltspirale in Nahost: Palästinenser und Israelis stehen sich gegenüber

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Israel schließt wichtigen Übergang in Gazastreifen

Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat kritisierte Scharons Entscheidung, die Kontakte abzubrechen. "Das beste Mittel, den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen ist, die Kontakte nicht einzufrieren sondern sie wieder aufzunehmen", sagt er in Gaza.

Israel hatte zuvor nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereits sämtliche Übergänge zum Gazastreifen geschlossen. Gerade der Übergang Karni, über den ein großer Teil des Warenverkehrs zwischen Israel und dem Gazastreifen abgewickelt wird, war für die Versorgung der Menschen im Gazastreifen lebenswichtig.

Aufforderungen und Beteuerungen

Der Anschlag, zu dem sich mehrere Extremistengruppen bekannten, gilt als bislang größte Herausforderung für den Friedenskurs des neuen Palästinenser-Präsidenten Mahmud Abbas. Abbas verurteilte den Angriff, aber auch die israelischen Militäreinsätze der vergangenen Woche, bei denen neun Palästinenser getötet worden seien. Der Sprecher der palästinensischen Autonomiebehörde, Nabil Abu Rudeina, sagte, nur mit einem beiderseitigen Waffenstillstand könne die Gewalt beendet und eine Friedensregelung erreicht werden.

Die Luxemburger EU-Ratspräsidentschaft forderte die palästinensische Autonomiebehörde auf, solche Anschläge künftig zu unterbinden. UN-Generalsekretär Kofi Annan rief die Palästinenserführung auf, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen. In anonymen Anrufen bekannten sich die El-Aksa-Brigaden, ein militärischer Arm der von Abbas geführten Fatah-Bewegung, die Essedin-el-Kassam-Brigaden und die Salaheddin-Brigaden gemeinsam zu dem Anschlag.

Gewalt und immer nur Gewalt?

Die Essedin-el-Kassam-Brigaden sind der militärische Arm der radikalislamischen Hamas-Organisation. Ein Hamas-Anführer sagte, der Angriff auf Karni richte sich nicht gegen Abbas, sondern sei "ein Akt der Selbstverteidigung" gegen eine von Israel betriebene Politik der Gewalt. Die Hamas hat alle Aufrufe Abbas' zur Beendigung des bewaffneten Kampfes zurückgewiesen. Denn sie hat die Zerstörung Israels zu ihrem politischen Ziel erklärt. (arn)

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