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Aktuell Afrika

Gewalt springt von Mali auf den Niger über

Bei Anschlägen auf eine Uran-Mine des französischen Atomkonzerns Areva und ein Militärcamp im Niger hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Als Täter werden Islamisten aus dem benachbarten Mali vermutet.

Allein beim Angriff auf den Posten der Streitkräfte in der Stadt Agadez starben mindestens 20 Menschen - neben Soldaten auch ein Zivilist und die vier Attentäter, wie das Innenministerium in Niamey mitteilte. Zudem habe es zahlreiche Verletzte gegeben.

Den Angaben zufolge explodierte am Morgen zunächst eine Autobombe in der Uran-Anlage in Arlit, die seit 1971 von der Areva-Tochtergesellschaft Somaïr betrieben wird. Wie der Konzern mitteilte, gab es mindestens einen Toten. 13 weitere Bergleute seien verletzt worden. Fast zeitgleich detonierte eine zweite Bombe vor einer Kaserne des Militärs in Agadez. Anschließend kam es dort zu schweren Kämpfen zwischen Soldaten und nachrückenden Angreifern.

MUJAO bekennt sich zu Anschlägen

Die "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJAO) bekannte sich zu den Taten. Ein Sprecher der MUJAO-Bewegung sagte der Nachrichtenagentur AFP, seine Organisation habe "mit Allahs Hilfe zwei Operationen gegen die Feinde des Islams im Niger" ausgeführt. Ziel seien die Regierungen von Frankreich und des Nigers, die den Militäreinsatz in Mali unterstützt hätten.

Niger ist Teil der afrikanisch geführten AFISMA-Militärmission, die Malis Regierungstruppen dabei helfen soll, den Norden des Landes vor islamistischen Rebellen zu schützen.

Die MUJAO hatte 2012 zusammen mit anderen Extremisten die Kontrolle im Norden des Nachbarlandes Mali übernommen. Nach dem französischen Militäreinsatz in Nord-Mali flohen viele Dschihad-Kämpfer in die Nachbarländer, unter anderem in den Niger. Die Islamisten drohten nach der französischen Intervention in Mali damit, Einrichtungen der Europäer in der gesamten Sahel-Zone anzugreifen.

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Niger: Kanzlerin verspricht Hilfe (08.05.2013)

Der französische Präsident Francois Hollande erklärte, Frankreich werde alles tun, um seine Interessen im Niger zu verteidigen. "Wir werden Nigers Behörden unterstützen, (...) die Gruppe zu zerschlagen, die diese Anschläge verübt hat." Aus dem Niger stammt ein Großteil des Urans, das für die Atomkraftwerke in Frankreich gebraucht wird.

kis/kle (afp, rtre, dpa)

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