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Gazastreifen

Gewalt gegen Journalisten und Demonstranten im Gazastreifen

Die Hamas will Infrastrukturprobleme im Gazastreifen offenbar unter allen Umständen unter Verschluss halten. Anders ist das rüde Vorgehen von Sicherheitskräften bei einer Demo gegen Stromausfälle nicht zu erklären.

Hamas-Sicherheitskräfte und Polizisten haben im Gazastreifen zwei Journalisten von internationalen Nachrichtenagenturen bedroht und angegriffen. Die Journalisten hätten über eine Demonstration gegen die Energieknappheit in dem Küstenstreifen berichtet, wie die Vereinigung der Auslandspresse in Tel Aviv mitteilte. Ein Reporter der Associated Press (AP) sei von Sicherheitsleuten der islamistischen Palästinenser-Organisation unter Waffengewalt gezwungen worden, seine Handys herauszugeben. Ein Fotograf der Agence France-Presse (AFP) sei von Polizisten massiv gegen den Kopf geschlagen worden, nachdem er sich geweigert habe, seine Kamera abzugeben. Er habe ärztlich versorgt werden müssen. Der Fotograf sei zeitweise festgenommen und sein Kamera-Chip vorübergehend beschlagnahmt worden.

Auslandspresse: "Verhalten besonders schockierend"

"Die Vereinigung der Auslandspresse verurteilt dieses gewalttätige Verhalten auf das Schärfste", hieß es in der Mitteilung. "Wir finden das besonders schockierend angesichts von mündlichen Versprechen, die wir von offiziellen Hamas-Vertretern erhalten haben, die Freiheit der Presse zu respektieren." Eine Stellungnahme des Hamas-Innenministeriums gab es zunächst nicht.

An der Demonstration wegen massiver Stromausfälle im Gazastreifen hatten am Donnerstagabend tausende Palästinenser teilgenommen. Dabei ging die Polizei auch gegen die Teilnehmer vor. Die Polizisten hätten in die Luft geschossen und seien mit Demonstranten aneinandergeraten, sagten Augenzeugen. Mehrere Menschen seien festgenommen worden. In einer Stellungnahme des Innenministeriums hieß es, die Polizisten hätten erst reagiert, nachdem Personen Steine auf das zentrale Büro des Energieversorgers geworfen und es angegriffen hätten.

Nur noch vier Stunden Strom am Tag

Manche Häuser erhalten derzeit nur noch vier Stunden Strom am Tag. Die Demonstranten machten den Konflikt zwischen der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen und der Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland dafür verantwortlich. Sie forderten, die Energieprobleme vom allgemeinen Streit zu trennen und eine bessere Elektrizitätsversorgung sicherzustellen. Hamas und Fatah sind tief zerstritten. Die Hamas herrscht seit 2007 im Gazastreifen. Seither regiert Abbas lediglich im Westjordanland. Der Konflikt verhindert auch Neuwahlen in den Palästinensergebieten. Bewohner des Gazastreifens demonstrieren seit mehr als einer Woche wegen der Energieknappheit. Die Temperaturen können nachts derzeit auf bis zu acht Grad Celsius fallen.

sti/kle (afp, ape, dpa, rtr)

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