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Afrika

Gewalt gegen Flüchtlinge im Tschad

Viele Frauen aus der sudanesischen Region Darfur haben in den Flüchtlingslagern im Nachbarland Tschad Schutz gesucht. Doch dort sind sie laut amnesty international alltäglich der Gefahr von Vergewaltigungen ausgesetzt.

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Frauen aus Darfur müssen im Tschad um ihr Leben fürchten

Sie würden von Dorfbewohnern, von Angehörigen der tschadischen Streitkräfte, von anderen Flüchtlingen und sogar von Helfern in den Camps angegriffen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

"Viele Menschen wissen, dass Frauen, die sich zum Feuerholzsammeln und Wasserholen aus den Flüchtlingslagern im Osten des Tschads wagen, Übergriffe und Vergewaltigungen drohen", sagte der stellvertretende Leiter des Amnesty-Afrikaprogramms Tawanda Hondora. "Was den Menschen nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass es auch in den Camps wenig Sicherheit für die Frauen gibt."

Beschützer sind kein Schutz

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Die UN-Behörde, die die Flüchtlingslager führt, lehnte eine Stellungnahme ab. Die tschadische Regierung wies die Vorwürfe zurück, dass auch Staatsangehörige des Landes die Flüchtlinge angegriffen hätten. Der Schutz durch eine "Sicherheitseinheit", die von UN und der tschadischen Polizei für die Lager aufgestellt wurde, funktioniert laut Amnesty nicht: Die Mitglieder der Schutztruppe seien selbst Zielscheibe von Gewalt, und einige ihrer Offiziere hätten selbst Menschenrechtsverletzungen begangen. Zudem würden Übergriffe auf Frauen kaum geahndet.

Amnesty fordert wirksame Schritte gegen die systematischen Vergewaltigungen und andere Formen der Gewalt. Die Gesetze des Tschads müssen verschärft und der Schutz der Frauen verbessert werden.Im Osten des Tschad befinden sich den Angaben zufolge zwölf Flüchtlingslager, in denen vor allem Kinder und Frauen aus der sudanesischen Krisenregion Darfur leben. Seit sechs Jahren wird Darfur von einem blutigen Konflikt zwischen Regierungstruppen, Dschandschawid-Milizen und Rebellengruppen erschüttert.

Die Zahl der Toten wird auf 300.000 geschätzt, mehr als drei Millionen Menschen wurden vertrieben.

Autor: Dirk Bathe (epd/ap)