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Venezuela

Gewalt gegen Demonstranten in Venezuela eskaliert

Mit ungewöhnlicher Härte ist die Polizei gegen Demonstranten in Caracas vorgegangen. Ein Panzerwagen fährt in die Menge und verletzt einige Menschen. An anderer Stelle wird erneut ein Mensch getötet.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, starb der 18-Jährige bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften im Osten der Hauptstadt Caracas. Die genauen Umstände seines Todes waren zunächst unklar. Nach Angaben des Bürgermeisters des Stadtbezirks starb der junge Mann aber an einer schweren Nackenverletzung und Herzversagen. Damit stieg die Zahl der Toten seit Beginn der Protestwelle gegen Staatschef Nicolás Maduro auf 32.

In Caracas hatten sich am Mittwoch erneut tausende Gegner Maduros versammelt, um gegen die von ihm angestrebte neue Verfassung zu demonstrieren. Als die Demonstranten in die Innenstadt ziehen wollten, wo Maduro gerade eine Rede vor tausenden Anhängern hielt, wurden sie von der Polizei gestoppt. Die Polizei setzte Tränengas, Wasserwerfer und Gummigeschosse ein. Mehrere Demonstranten wurden von Fahrzeugen der Nationalgarde überfahren. Demonstranten warfen Brandsätze und Steine und zündeten Barrikaden an. Bei den Zusammenstößen geriet mindestens ein Demonstrant in Brand, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter auch zwei Abgeordnete der Opposition.

Venezuela Nicolas Maduro (Reuters/M. Bello)

Maduro hält eine Kopie der Verfassung in der Hand

Maduro hatte am Montag angekündigt, eine Versammlung einzuberufen, die eine neue Verfassung erarbeiten soll. Die 500 Mitglieder der Versammlung sollen demnach vor allem aus der arbeitenden Bevölkerung und gesellschaftlichen Gruppen wie Gewerkschaften stammen, nicht aber aus den politischen Parteien. Die Opposition spricht von "Verfassungsbruch" und "Putsch" und läuft Sturm gegen das Vorhaben.

Sorge um inhaftierten Oppositionsführer

Während die Gewalt gegen Demonstranten weiter eskaliert, machen sich Anhänger des inhaftierten venezolanischen Oppositionsführers Leopoldo López Sorgen um dessen Gesundheitszustand. Nach Informationen des US-Senators Marco Rubio, der sich für die Freilassung des 46-Jährigen einsetzt, soll sich López seit Ausbruch der Unruhen in Venezuela in Isolationshaft befinden. Seine Ehefrau fordert nach Wochen der Ungewissheit ein Lebenszeichen ihres Mannes. Der Chef der Partei Voluntad Popular (Volkswille) verbüßt wegen angeblicher Anstachelung zur Gewalt bei regierungskritischen Protesten eine fast 14-jährige Haftstrafe. 2014 waren dabei insgesamt 43 Menschen gestorben.

Die jüngsten Proteste gegen Maduro waren Anfang April ausgebrochen, nachdem der Oberste Gerichtshof das Parlament entmachtet hatte. Die Opposition kämpft für vorgezogene Parlamentswahlen und eine Volksabstimmung über die Absetzung des Staatschefs, dessen Mandat regulär im Januar 2019 endet. Die Regierungsgegner machen Maduro vor allem für die schwere Wirtschaftskrise in dem ölreichen südamerikanischen Land verantwortlich.

bri/pab (afp, dpa)

 

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