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Gewaltsame Proteste in Nicaragua

9. Juli 2015

In der Hauptstadt Managua ist die Polizei mit aller Härte gegen demonstrierende Regierungsgegner vorgegangen. Die Oppositionellen fürchten bei der kommenden Wahl erneut Manipulationen der regierenden Sandinisten.

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Polizeigewalt bei Demonstration der Opposition in Managua (Foto: DPA)
Bild: picture-alliance/dpa/M. López

Seit mehreren Wochen gehen die Regierungsgegner regelmäßig auf die Straße. Diesmal sorgte die Polizei für ein blutiges Ende der Kundgebung. Die Beamten hätten Tränengas in die Menge gefeuert und Demonstranten geschlagen, erklärte der Vorsitzende der Oppositionspartei PLI, Eduardo Montealegre. Neun Abgeordnete seiner Partei seien vorübergehend festgenommen worden. Medienberichten zufolge griffen die Polizisten auch Journalisten an, die die Übergriffe dokumentieren wollten.

Tradition der Wahlfälschung

Die Lage eskalierte, als die Demonstranten versuchten, zum Wahlbüro zu marschieren. Die Polizei versuchte, sie mit Barrikaden davon abzuhalten, was ihr nicht gelang. Die Regierungsgegner fordern freie und transparente Wahlen im November kommenden Jahres. Sie befürchten Manipulationen der regierenden Sandinisten von Präsident Daniel Ortega.

Bereits bei den Wahlen 2006 und 2011 kam es nach Angaben von Wahlbeobachtern vor allem in Managua zu Unregelmäßigkeiten. PLI-Führer Montealegre kündigte trotz der jüngsten Polizeigewalt an, weiter für transparente Wahlen und Änderungen des Wahlrechts kämpfen zu wollen. Die Opposition werde künftig jeden Mittwoch vor dem Wahlamt demonstrieren.

djo/sp (afp, dpa)