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Politik

Gewalt gegen Ausländer in Südafrika geht weiter

Mindestens 22 Menschen wurden bislang bei den fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Südafrika getötet. Tausende flüchten auf Polizeiwachen und in Kirchen. Die Opposition fordert den Einsatz des Militärs.

Verletzter Mann (Quelle: AP)

Opfer des Fremdenhasses: ein Mann aus Malawi

Die ausländerfeindliche Gewalt in Südafrika hält an: Am Montag (19.05.2008) wurden in Johannesburger Vorstadt Tembis zwei Menschen getötet, meldete der Rundfunk. Außerdem seien zahlreiche Hütten angezündet worden. Nach Polizeiangaben wurden bisher insgesamt mindestens 22 Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten gehe in die Hunderte. Tausende Zuwanderer sind inzwischen in Polizeiwachen geflüchtet, berichteten die Behörden. Außerdem wurden Geschäfte geplündert sowie Häuser und Autos angezündet.

Hass gegen Simbabwe

Männer mit Messern und Stöcken (Quelle: AP)

Oft sind es Jugendliche, die sich an den rassistischen Ausschreitungen beteiligen

Die Ausschreitungen begannen vor einer Woche im Township Alexandra und richten sich vor allem gegen Zuwanderer aus Simbabwe, weil diese angeblich zu hohe Sozialleistungen beziehen. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, Südafrikanern die Arbeitsplätze wegzunehmen.

Fast alle politischen Lager in Südafrika verurteilten den Fremdenhass. Die Regierung ordnete eine Untersuchung an. "Wir können es nicht zulassen, dass Südafrika wegen Ausländerfeindlichkeit berüchtigt wird", sagte der Vorsitzende des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC), Jacob Zuma. Auch Präsident Thabo Mbeki verurteilte die Gewalt.

Einsatz des Militärs gefordert

Die Opposition in Südafrika fordert nun, das Militär einzusetzen. Die Polizei habe die Lage nicht mehr unter Kontrolle. Die Polizei hat inzwischen 217 Menschen festgenommen. Ihren Angaben zufolge wurden sie in dem Armenviertel Jerusalem in Johannesburg mit scharfer Munition beschossen, als sie rund 500 Menschen davon abhalten wollte, Geschäfte von Ausländern zu plündern. Auch eine Methodistenkirche im Stadtzentrum wurde nach Angaben der Kirche angegriffen, nachdem rund 1000 Zuwanderer dort Zuflucht gesucht hatten. Der Angriff scheiterte aber. Die Organisationen Ärzte ohne Grenzen warnte, die Stadt Johannesburg steuere auf eine humanitäre Katastrophe zu. (det)