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Gewürze

Märkte werden durch ihre Farbenpracht und ihren Duft bereichert. Fade schmeckt ein Essen ohne sie. Früher hart umkämpft und ein Monopol der Gewürzhändler, können sie inzwischen überall und von jedem gekauft werden.

Im Fernsehen war zuletzt die Werbung für eine Aromasäule zu sehen. Eine nette Dame erklärte deren wundersame Wirkung. Sie wissen nicht, was das ist, eine Aromasäule?

Künstliche Aromen

Aroma kennen wir: Würziger Wohlgeruch, auch Duft. Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Gewürz". Dieses, das Gewürz, ist unser heutiges Stichwort. Es ist aber ohne Aroma undenkbar und bedarf der wohldosierten Einleitung. Gewürze verbreiten einen aromatischen Duft. Man braucht nur an Weihnachtsmärkte zu denken, mit ihrem Duft von Glühwein, Lebkuchen und gebrannten Mandeln.

Aromasäule. Die in der erwähnten Werbung sah aus wie ein großer Schnorchel aus Edelstahl. Gefällig anzusehen, stand sie da neben einem riesigen Regal mit Obst und Südfrüchten und blies den selbstverständlich künstlichen Duft einer exotischen Gewürz- und Aromamischung in die Luft. Aus eigener Kraft können die gespritzten Zitrusfrüchte, die von langer Reise ermüdeten Papayas nebst den kalifornischen Trauben nicht mehr jenen köstlichen aromatischen Duft verbreiten, der uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Aromasäulen, auch diese gehören zur Kulturgeschichte der Gewürze und Aromastoffe.

Hart umkämpft

Kann man sich heute noch vorstellen, dass um Gewürze Kriege geführt wurden? In der Tat war besonders die Muskatnuss, so seltsam es klingt, ein hart umkämpftes Gewürz. Der Muskatbaum kommt von den Molukken – von den "Gewürzinseln", wie diese Inselgruppe auch genannt wird. Arabische Händler brachten Muskatnüsse über das Indische Meer, über die Gewürzstraßen des Vorderen Orients und schließlich über das Mittelmeer nach Europa. Dort sind sie seit dem frühen Mittelalter bekannt.

Muskatnüsse, ja Gewürze überhaupt, waren zu jenen Zeiten sündhaft teuer. Kein Wunder, dass die Seefahrervölker des ausgehenden Mittelalters mit allen Mitteln versuchten, sich die fernöstlich-indischen Köstlichkeiten selbst zu verschaffen. Bei diesem Bemühen wurde zum Beispiel der Seeweg nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung entdeckt. 1512 landeten die Portugiesen auf den Gewürzinseln. Lissabon wurde zum europäischen Haupthandelsplatz für Gewürze.

Reiche Pfeffersäcke

Portugal musste sich schließlich der niederländischen und englischen Konkurrenz beugen. Die Eingeborenen der Gewürzinseln wurden ausnahmslos versklavt, Holländer und Engländer waren die neuen Herren. Ihre Kolonialreiche entstanden auf der Grundlage des Handels mit Gewürzen. Dort, wo der Pfeffer wächst, weit weg von Europa, wuchsen die aromatischen Köstlichkeiten, die bald die Speicher der reichen Kaufleute in Amsterdam und London füllten.

Die "Pfeffersäcke", wie man die reichen Gewürzhändler nicht umsonst nannte, wussten sehr wohl, wie ihre Geldsäcke zu füllen waren. Wer heimlich Muskatbäume kultivierte, um das Monopol zu umgehen, musste mit der Todesstrafe rechnen. Um die Preise hochzuhalten, griffen die Handelsherren im 18. Jahrhundert zu einem Mittel, das uns modernen Wohlstandsmenschen durchaus vertraut ist: Kostbarste Gewürze wurden tonnenweise vernichtet – ins Meer gekippt oder verbrannt.

Alle Wohlgerüche Arabiens

Aus dieser Kolonialzeit stammt auch das Wort "Kolonialwaren". In den entsprechenden Kolonialwarenläden herrschte ein Duft, der eine Mischung aus allen Wohlgerüchen Arabiens und sämtlichen denkbaren Aromen war. Inklusive dem von Salzheringen und Gewürzgurken. Dagegen ist eine Aromasäule ein mickriger Geruchsverteiler.

Fragen zum Text

Der Muskatbaum stammt ursprünglich …

1. von den Gewürzinseln

2. von den Seychellen-Inseln.

3. von den Galapagos-Inseln.

Die Seefahrer entdeckten den Seeweg … das Kap der Guten Hoffnung.

1. über

2. um

3. auf

"Pfeffersäcke" war die negative Bezeichnung für …

1. eine bestimmte Kleidermode.

2. Säcke mit Pfefferkörnern.

3. für reiche Gewürzhändler.

Arbeitsauftrag

Erfinden Sie eine kleine Geschichte von jemandem, der auf einem Markt verschiedene Gewürze Ihres Heimatlandes einkauft. Beschreiben Sie den Geschmack, den Geruch und das Aussehen der Gewürze.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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