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Ostmitteleuropa

Gesunde Handelsstrukturen im Warenaustausch

– Bericht von der traditionellen Konjunkturveranstaltung der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer

Budapest, 21.12.2001, PESTER LLOYD, deutsch

Die guten Daten haben wieder Konjunktur. Mit diesen Worten charakterisierte Konrad Kreuzer, Vorstandsvorsitzender der E.ON Hungária Rt., die Berichte zur aktuellen Wirtschaftslage in Ungarn und Deutschland. Diese wurden von drei Experten auf der schon traditionellen Konjunkturveranstaltung der DUIHK (Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer- MD) zum Jahresabschluss vorgestellt, deren Moderation Kreuzer als Präsidiumsmitglied vornahm.

Unter den Vorträgen hatte jener des MNB (Ungarische Nationalbank- MD) -Vizepräsidenten Werner Riecke die meiste Substanz, obgleich sich dieser bei der Einschätzung der ungarischen Wirtschaftslage auf den Blickwinkel der Nationalbank beschränkte. Da war es nur konsequent, mit Ausführungen zur neuen Geldpolitik zu beginnen, welche der Preisstabilität absoluten Vorrang gibt.

Mit dem neuen Notenbankgesetz wurde die Unabhängigkeit der Zentralbank gestärkt, die letzten Beschränkungen im Kapitalverkehr wurden abgeschafft. Der Markt habe den Forint im Rahmen des neuen Wechselkurssystems aufgewertet, der sich seither weit vom mit 276,1 Ft zum EUR definierten Kurszentrum entfernt hat.

Die MNB rechnet für 2002 weiterhin mit einem starken Forint, der sich über zehn Prozent von der Mitte des Interventionsbandes einpegeln dürfte. Die Inflation wird bei der Notenbank aktuell für das Jahresende mit 7,5 Prozent und für Dezember 2002 mit 4,3 Prozent erwartet, wobei der Jahresdurchschnitt der Teuerung 9,3 Prozent resp. 5,4 Prozent erreicht.

Riecke hofft auf eine wachsende Glaubwürdigkeit, d.h. dass der Markt die Inflationsziele auch glauben kann. Noch gefährde die antizyklische Politik der Regierung (Förderung von Investitionen und höhere Löhne im öffentlichen Sektor) das Inflationsziel nicht.

Was den ungarischen Weg zum Euro betrifft, sieht der Experte eine gefährliche Diskussion um den angeblichen Widerspruch zwischen der realen und nominalen Konvergenz. Heute erreicht die Kaufkraftparität in Ungarn pro Kopf der Bevölkerung 52 Prozent des EU-Durchschnitts; in etwa zehn Jahren könnten drei Viertel gemeistert sein. Dies Szenario ist nicht irreal und hebt Ungarn auf eine Stufe mit Griechenland, Portugal und Spanien.

Die ungarische Wirtschaft ist abhängig von der deutschen, wie wir von der amerikanischen Wirtschaft, äußerte Manfred Kurz, Chefvolkswirt der Bayerischen Landesbank (BLB. (...)

István Körösi vom Weltwirtschaftsinstitut in Budapest zeigte die gesunden Handelsstrukturen im Warenaustausch Ungarns mit Deutschland. Bei Fertigwaren und Enderzeugnissen wurde Polen nach dem Gewicht bereits überrundet, so dass sich unter den MOE-Staaten allein Tschechien vor Ungarn hält. Bei den Stückpreisen legen aber die Magyaren am stärksten zu. Außerdem zeige ein Anteil von 72,3 Prozent technologieintensiver Güter an der Ausfuhr nach Deutschland, wie fortgeschritten die Spezialisierung schon ist. Darüber hinaus ist für Ungarn auch künftig eine starke Präsenz des Auslandskapitals nötig.

Eine auf 39 Prozent am Sozialprodukt gesunkene Steuer- und Abgabenquote dürfte zur weiteren Zunahme des Kapitalstocks von derzeit ca. 22 Mrd. EUR beitragen, zumal inklusive reinvestierten Gewinnen schon 28-29 Mrd. EUR ins Land flossen. (fp)

  • Datum 21.12.2001
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