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Reise

Gestern Dorf - heute Großstadt

Vor dreißig Jahren war Cancún noch ein winziges Fischerdorf auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. An den weißen Sandstränden tummelten sich Schildkröten, und an den Ufern räkelten sich Krokodile träge in der Sonne.

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Hotelburgen säumen heute die Karibikküste

Nach Sonnenuntergang waren Mond und Sterne die einzigen Lichtquellen. Heute ist Cancún eine Großstadt mit rund einer halben Million Einwohnern. Über die breiten Avenidas donnert der Verkehr, und auf der über eine Brücke mit dem Festland verbundenen vorgelagerten Insel ragen 60 Strandhotels in den Karibikhimmel. Mit rund drei Millionen Touristen pro Jahr ist Cancún das mit Abstand meistbesuchte Reiseziel in Mexiko - und hat mit allen Problemen eines rasanten städtischen
Wachstums zu kämpfen. Der Massentourismus hat die "Riviera Maya", wie die Karibikküste des Bundesstaates Quintana Roo auch genannt wird, für alle Zeiten verwandelt.

In den 70er Jahren ging's los...

Tourist entspannt am Pool

Die Entscheidung, die einstige Piratenküste aus ihrem
Dornröschenschlaf zu reißen, hatte die mexikanische Regierung 1968 getroffen. Sie wollte aus den so unglaublich weißen Stränden und dem türkisblauen klaren Wasser Kapital schlagen und mit Touristendollars die Zahlungsbilanz aufbessern. Ein Expertenteam der Bank von Mexiko legte Cancún als den geeigneten Flecken fest, und Anfang der 70er
Jahre begannen die Bauarbeiten. 1975 öffneten die ersten Hotels, und schon bald hatte Cancún, dessen Maya-Name so viel wie "Schlangennest" bedeutet, auf den Landkarten der Reiseveranstalter seinen festen Platz. Im Jahr 1980 kamen schon 460 000 Touristen, 20 Jahre später waren es 3,04 Millionen, davon drei Viertel aus dem Ausland.

In dem Maße, wie Cancún sonnenhungrige Amerikaner und Europäer in seinen Bann schlug, setzte es auch eine innermexikanische Völkerwanderung in Gang. Der Lockruf der Arbeitsplätze zog junge Leute aus den entlegensten Provinzen an. Die Einwohnerzahl Cancúns ist seit 1970 um sagenhafte 100 000 Prozent gestiegen, die des Bundesstaates Quintana Roo hat sich von 88 000 auf rund 850 000 nahezu verzehnfacht. Damit wuchsen auch Müll- und Abwasseraufkommen. Und weil der Wohnbedarf der Neusiedler nicht so schnell befriedigt werden konnte, entstanden an den Ortsrändern Cancúns und des 60 Kilometer südlich gelegenen Playa de Carmen wilde Elendssiedlungen.

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