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Aktuell Afrika

Gestürzter Staatschef macht Weg frei

Gut zwei Wochen nach seiner Entmachtung durch putschende Militärs hat Malis Präsident Touré offiziell seinen Rücktritt erklärt. Nun kann bald eine Übergangsregierung Wahlen vorbereiten.

Amadou Toumani Touré (Foto: dpa)

Amadou Toumani Touré

Seit dem Putsch im März war Amadou Toumani Touré untergetaucht - jetzt ebnete der entmachtete Staatschef den Weg für Malis Zukunft: Wie die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS mitteilte, liegt ihr Tourés' Rücktrittsschreiben vor. Die ECOWAS hatte nach dem Putsch zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

Unter starkem internationalen Druck hatten sich die Putschisten um Hauptmann Amadou Sanogo mit der ECOWAS geeinigt und angekündigt, die Macht wieder in die Hände einer zivilen Regierung zu legen. Übergangspräsident wird voraussichtlich der bisherige Parlamentspräsident Dioncounda Traoré. Gemeinsam mit der von ihm zu bildenden Übergangsregierung soll der 70-Jährige Präsidentschafts- und Parlamentswahlen organisieren. Den Putschisten wurde eine Generalamnestie zugesichert. Die gegen sie verhängten Sanktionen sollen aufgehoben werden.

Unübersichtlich ...

... bleibt hingegen die Lage im Norden von Mali. Dort hatten Tuareg-Rebellen die Wirren des Putsches genutzt und die Region unter ihre Kontrolle gebracht. Am Freitag erklärten sie deren Unabhängigkeit. Das Land soll "Azawad" heißen, was in der Sprache der Tuareg "Land der Nomaden" bedeutet. Die Putschisten hatten die Entmachtung Tourés' mit dessen Unfähigkeit begründet, wirksam gegen die Tuareg-Rebellen vorzugehen. Experten befürchten, der Norden Malis könnte sich in eine neue Bastion des Terrornetzwerkes Al Kaida verwandeln.

wa/se (afp, dpa, dapd)