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Politik

Gespräche zwischen Atommächten

Erstmals seit Jahren verhandeln die Atommächte Indien und Pakistan wieder über die geteilte Unruheregion Kaschmir. Im Zuge der Friedensgespräche kamen am Sonntag in Neu Delhi Vertreter beider Seiten zusammen

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Pakistanische Soldaten kontrollieren ein Drittel von Kaschmir


Der indische Staatssekretär im Außenministerium, Shashank, traf am Sonntag (27.6.2004) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Riaz Khokhar zu einem zweitägigen Treffen zusammen. Mit einer gemeinsamen Erklärung wird am Montag gerechnet. Am Freitagabend waren bei einem Überfall mutmaßlicher muslimischer Rebellen im indischen Teil Kaschmirs zwölf Menschen getötet worden. Auch am Samstag war es zu Zusammenstößen in der Unruheregion gekommen.

Positive Einstellungen

Khokhar zeigte sich vor Beginn der Gespräche zuversichtlich. Voraussichtlich im August sollen die Außenminister beider Staaten zusammentreffen. Die Regierungen in Islamabad und Neu Delhi hatten im Januar die Aufnahme von Friedensverhandlungen vereinbart. Sonntag vergangener Woche hatten beide Seiten bei Expertengesprächen beschlossen, ihren Atomteststopp fortzusetzen. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir.

Seit 15 Jahren kämpfen in Kaschmir zahlreiche Rebellengruppen für die Unabhängigkeit von Indien oder den Anschluss an Pakistan. Indien beschuldigt Pakistan der Kollaboration mit den Rebellen, Pakistan hat den Vorwurf zurückgewiesen. Beide Staaten erheben Anspruch auf das gesamte Gebiet, das zu 46 Prozent zu Indien und zu 35 Prozent zu Pakistan gehört. Die restlichen 19 Prozent stehen unter chinesischer Kontrolle. Der Konflikt kostete bereits mehr als 65.000 Menschen das Leben.

Zeichen stehen auf Entspannung

Beide Seiten haben fast eine Million Soldaten in der Region zusammengezogen. Im November einigten sich Neu-Delhi und Islamabad auf einen Waffenstillstand. Seit einem Gipfeltreffen des damaligen indischen Ministerpräsidenten Atal Bihari Vajpayee mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf im Januar stehen die Zeichen auf Entspannung. Erst vor einer Woche vereinbarten beide Staaten die Einrichtung eines Roten Telefons zur Vermeidung eines Atomkriegs.

Unmittelbar vor den neuen Gesprächen kostete die Gewalt in der Krisenregion erneut ein Dutzend Menschen das Leben. Bei einem Angriff mutmaßlich islamischer Rebellen auf ein Dorf in der Region Surankot wurden in der Nacht zum Samstag zwölf Menschen im Schlaf getötet und acht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Bei den meisten Todesopfern handele es sich um örtliche Sicherheitskräfte.

Trotzdem Ausschreitungen

In der ebenfalls in der Region gelegenen Ortschaft Litter besetzten Rebellen nach Polizeiangaben vorübergehend eine Moschee und hielten mehrere Dutzend Menschen fest, bevor sie sich in ein angrenzendes Gebäude zurückzogen. Anschließend sei es zu einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften gekommen. Zwei Extremisten und ein Soldat seien getötet worden. (ali)

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  • Datum 27.06.2004
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