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Kultur

Gespräch über Tibet: Angela Merkel empfängt Richard Gere

Hin und wieder sucht sie den Glamour. Nach Steven Spielberg, Tom Hanks, Bob Geldof oder den Clooneys traf die Kanzlerin vor Beginn der diesjährigen Berlinale Schauspieler Richard Gere. Das Thema: China und Tibet.

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Richard Gere meets Bundespolitik

In Angela Merkels Lieblingsfilm dreht sich alles um die Liebe: Es ist der DEFA-Kultstreifen "Die Legende von Paul und Paula" (1973), einer der erfolgreichsten DDR-Spielfilme. Was sie von "Pretty Woman" (1990) hält, eine der erfolgreichsten Liebesgeschichten der USA, ist nicht bekannt. Den Filmpartner von Julia Roberts aber, Richard Gere, wollte Merkel wohl kennenlernen. Genau wie zuvor schon George Clooney, Tom Hanks oder Regisseur Steven Spielberg. Ob diese Männer Lieblingsschauspieler oder Vorbilder sind - darüber schweigt Merkel.

Deutschland Treffen Angela Merkel und George Clooney (Reuters/Bundesregierung/Guido Bergmann)

Am Rande der vergangenen Berlinale lud Angela Merkel George und Amal Clooney zu sich ein

Doch allein die Tatsache, dass sie sich mit ihnen trifft, ist immer auch eine politische Botschaft. Die Frage ist nur: Was für eine. Schließlich wurde sie sowohl von Clooney als auch von Richard Gere in der Vergangenheit für ihre Haltung in der Flüchtlingspolitik gelobt. Kritische Äußerungen von ihnen an Merkel sind bislang nicht bekannt. Die Auswahl ihrer berühmten Gesprächspartner lässt manch einen daher vermuten, dass sich Angela Merkel von den Treffen vor allem größere Beliebtheit erhofft.

Deutschland Steven Spielberg, Angela Merkel und Tom Hanks (picture-alliance/dpa/G. Bergmann)

Steven Spielberg, Angela Merkel und Tom Hanks am Set von "Bridge of Spies" auf der Glienecker Brücke in Berlin 2014

Vage Aussagen über Inhalt des Gesprächs

Nun war in diesem Jahr also Richard Gere derjenige, dem Angela Merkel trotz ihres vollen Terminkalenders Zeit einräumte. Der 67-jährige Gere ist bekennender Buddhist und Vorsitzender der "International Campaign for Tibet", einem 1988 gegründeten Verein, der sich für Demokratie, die Sicherung der Menschenrechte in Tibet sowie den Schutz von Kultur und Umwelt der zur Volksrepublik China gehörigen Bergregion einsetzt. 

Mit Merkel hat sich Gere im Berliner Kanzleramt nun vor allem über die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet ausgetauscht. Die beiden haben "über die Lage in der Region" gesprochen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Donnerstag nach dem Gespräch via Twitter mit. Nach dpa-Informationen dauerte das Gespräch etwa eine dreiviertel Stunde und damit länger als die geplanten 30 Minuten.

Haltung zu China unverändert

Obwohl es nur vage Informationen darüber gibt, was Gere und Merkel besprochen haben, ist eine Veränderung der Haltung Deutschlands gegenüber China ausgeschlossen. So hatte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer im Vorfeld des Treffens betont, dass die Bundesregierung grundsätzlich zur Ein-China-Politik stehe, wonach es nur ein vereintes China gibt. Aber Berlin setze sich auch für die Achtung der Menschenrechte in China und der Minderheitenrechte der Tibeter sowie deren Anspruch auf kulturelle und religiöse Autonomie in China ein.

Richard Gere Dalai Lama (Imago)

Richard Gere und der Dalai Lama 2007. Die beiden verbindet eine Freundschaft.

Entscheidend ist jedoch, wie dieses Treffen in Peking ankommt. Bereits mehrfach hat sich die Kanzlerin schon mit dem Dalai Lama getroffen, dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, was China immer als Affront empfunden hat. Und Richard Gere ist zudem ein Freund des Dalai Lamas und hatte schon bei der Oscar-Verleihung 1993 die chinesische Tibet-Politik angeprangert.

Am Mittwoch traf Gere zudem die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die er schon lange kennt, und die ebenfalls für die Rechte der Tibeter kämpft. Im Gespräch mit Roth nannte Gere Deutschland ein Vorbild in bewegten politischen Zeiten: "Ich komme aus einem Land, das im Moment sehr chaotisch ist. Und offen gesagt schauen wir gerade auf Deutschland, um uns inspirieren zu lassen." 

Auf der Berlinale, die am Donnerstagabend (9. Februar) beginnt, wird Gere seinen neuesten Film, den Thriller "The Dinner", vorstellen. Außerdem darf man gespannt sein, wie sich diese Berlinale - das politischste der drei großen Filmfestivals von Berlin, Cannes und Venedig - angesichts der Politik von US-Präsident Donald Trump verhält.

bb/pl (dpa/afp)

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