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Aktuell Afrika

Gespannte Ruhe in Juba

Nach Anordnung einer Waffenruhe durch Südsudans Präsident Kiir hat sich die Lage in der Hauptstadt offenbar beruhigt. Die Vereinten Nationen machten auf die verheerende Lage der Flüchtlinge aufmerksam.

Korrespondenten berichten, in Juba seien sogar einzelne Läden und Märkte geöffnet, Menschen wagten sich nach den tagelangen Kämpfen wieder auf die Straße. "Die Soldaten respektieren die Waffenruhe", sagte Militärsprecher Lul Ruai Koang.

In Wau im Nordosten des Landes gab es laut Augenzeugen allerdings noch Gefechte zwischen Anhängern von Präsident Salva Kiir und seinem Stellvertreter Riek Machar. Sie waren am Freitagabend, kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit des bitterarmen Landes ausgebrochen und hatten vor allem die Hauptstadt erfasst. Unter internationalem Druck

wiesen Kiir und Machar ihre Anhänger am Montagabend schließlich an, die Waffen ruhen zu lassen.
Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar sitzen neben einander (Foto: dpa)

Was die Machtaufteilung betrifft waren sich Präsident Salva Kiir (r.) und sein Stellvertreter Riek Machar im April noch einig

UN: Grenzen sollten offen bleiben

Die Gefechte ließen ein Wiederaufflammen des Bürgerkriegs befürchten, der das Land seit Dezember 2013 zerrissen hatte. Bei dem Konflikt zwischen Regierungstruppen und den Rebellen Machars waren zehntausende Menschen getötet und mehr als drei Millionen vertrieben worden.

Angesichts der weiterhin unsicheren Lage appellierten die Vereinten Nationen an die Nachbarstaaten des Südsudan,

ihre Grenzen für Flüchtlinge offen zu halten.

Derzeit befänden sich rund 36.000 Schutzsuchende allein in Juba. Viele hätten in Kirchen und Schulen Zuflucht gesucht und könnten wegen der Kampfhandlungen nicht versorgt werden.

Evakuierungen

Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" sollen rund 100 bis 200 Deutsche in Kürze außer Landes gebracht werden. In den vergangenen Tagen sei der Krisenstab der Bundesregierung im Auswärtigen Amt mehrfach zusammengetreten, bestätigte eine Sprecherin in Berlin. Die Europäische Union habe angesichts der Kämpfe ihre Delegation bereits abgezogen, berichtet das Blatt weiter. Die Mitarbeiter seien bereits am Sonntagmittag zunächst nach Nairobi ausgeflogen worden, hieß es unter Berufung auf hohe EU-Diplomaten.

uh/qu (dpa, rtr, afp)

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